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Bad im Dauner Kranenhaus wird am 30. Juni geschlossen

Bäderschließung : Das Dauner Krankenhaus zieht den Stöpsel

Die Einrichtung des Dauner Krankenhauses wird am 30. Juni geschlossen. Zum Thema Warmbad hat eine Projektgruppe empfohlen, über eine Reaktivierung des geschlossenen Bads im Hallenbad nachzudenken.

„Kreis- und Kurstadt“ nennt sich Daun immer noch offiziell, auch wenn es mit der Kur schon lange nicht mehr weit her ist. Symbolisch für den Niedergang des einst für die Stadt wichtigen Standbeins steht das sogenannte Kurmittelhaus, zu finden am Rand des Kurparks. 2014 wurde das Gebäude geschlossen – und hängt Daun wie ein Klotz am Bein. Schon damals wurde in einem Gutachten gravierende Mängel aufgelistet. Darin waren Sätze wie „deutlich unterschiedliche Setzungen der Gebäudeteile feststellbar“, „…nahezu keinen Raum ohne deutliche Rissbildungen…“ und „In nahezu allen Außenwandbereichen sind Feuchtigkeitsbeeinträchtigungen feststellbar“ zu lesen.

Und damit nicht genug: Im vergangenen Jahr  wurde das Gebäude laut Stadtbürgermeister Friedhelm Marder „durch Vandalismus arg in Mitleidenschaft gezogen.“ Immerhin: „Die Verursacher sind festgestellt worden.“ Der Gebäudekomplex (Kurmittelhaus plus Anbau) gehört der Stadt seit 2010, sie zahlte rund 100 000 Euro an die damaligen Besitzer des Dauner Sprudels.

Der Versuch, trotz des Zustands der Immobilie doch noch eine Idee für eine künftige Nutzung zu entwickeln, wurde nicht gänzlich aufgegeben. 13 Mal traf sich in der jüngeren Vergangenheit eine Projektgruppe, die sich laut Marder mittlerweile aufgelöst hat. „Der Zustand des Gebäudes ist miserabel, da gibt es nichts zu beschönigen“, sagt der Stadtbürgermeister, aber gänzlich aufgeben will er es noch nicht: „.Es ist für mich noch kein Schlussstrich gezogen.“

Dagegen hat das Krankenhaus Daun Fakten geschaffen, was sein Bewegungsbad angeht. Dessen Tage sind gezählt, am 30. Juni wird es geschlossen. Zum Leidwesen  der Osteoporose-Selbsthilfegruppe und der Rheumaliga-Arbeitsgemeinschaft Daun. Sie hat im Krankenhaus-Bad seit gut vier Jahrzehnten Kurse angeboten, erzählt die seit 1998 amtierende Vorsitzende Irmgard Jungen. „Das bedauern wir natürlich sehr, denn es sind neun Gruppen mit jeweils um die 15 Leute betroffen. Wir müssen  nun ins Regina-Protmann-Haus und in das Bad im Jugendzentrum Steineberg ausweichen.“

Aber warum hat das Krankenhaus die Schließung beschlossen? „Das Bewegungsbad ist Baujahr 1972 und kann die immer strenger gewordenen Hygienevorschriften nicht mehr erfüllen. Das Krankenhaus selbst wird die Einrichtung nicht mehr benötigt, sorgt aber bei uns für ein jährliches Defizit“, berichtet der stellvertretende Geschäftsführer Günter Leyendecker. „Eine Modernisierung ist nicht mehr möglich, deshalb haben wir den betroffenen Gruppen frühzeitig über unsere  Schließungsabsicht informiert, damit sie Zeit hatten, Alternativen zu finden.“

Das Thema Warmbad für Daun ist aber noch nicht nicht völlig vom Tisch. Denn die bereits erwähnte Projektgruppe hat der Stadt empfohlen, über eine Reaktivierung des Warmbads im Hallenbad nachzudenken. Es wird seit 2007 aus Kostengründen nicht mehr genutzt. Anschließend hatte es Gespräche mit dem Kreis Vulkaneifel als Träger des Laurentius-Förderzentrum in Daun gegeben. Denn ein Warmbad für pädagogische Arbeit mit Kindern mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen ist bei Förderzentren eigentlich Standard. Nicht so in Daun, denn die Schüler werden von dort ins Bad des Hubertus-Rader-Förderzentrum in Gerolstein gefahren. „Ich werde beim Kreis nochmal vorsprechen wegen des Themas“, sagt der Dauner Stadtbürgermeister.

Hier läuft seit 2014 nichts mehr: das der Stadt Daun gehörende Kurmittelhaus. Foto: e_daun <e_daun@volksfreund.de>

Er hätte auch gern ermitteln lassen, was eine Wiederinbetriebnahme des Warmbads kosten könnte: „Um eine Vorstellung zu bekommen, was überhaupt finanziell gestemmt werden müsste.“ Der Stadtrat hatte auf seinen Vorschlag hin 50 000 Euro dafür investieren wollen, was allerdings am Veto der Kommunalaufsicht scheiterte. Marder: „Darüber bin nicht nur ich mehr als enttäuscht, denn das bedeutet erst mal wieder Stillstand.“