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Bagger beseitigt Stolperfallen

Bagger beseitigt Stolperfallen

In der Hauptstraße in Gerolstein, der Ex-Fußgängerzone, fahren aktuell keine Autos, nur Baufahrzeuge. Der seit Jahren geplante Ausbau hat begonnen, bis Anfang Dezember soll das Teilstück bis zum Ärztehaus fertig gestellt sein.

 Zwar keine Autos, aber dafür Bagger: Das Flanieren durch die Hauptstraße ist derzeit nicht so einfach.
Zwar keine Autos, aber dafür Bagger: Das Flanieren durch die Hauptstraße ist derzeit nicht so einfach.
Bagger beseitigt Stolperfallen

Gerolstein. Ein ungewohntes Gefühl kommt derzeit beim Schlendern durch die Hauptstraße in Gerolstein in einem auf: Es ist Gelassenheit. Zwar ist es wegen der Baumaschinen durchaus laut, doch den Spaziergang von Geschäft zu Geschäft kann man nun ganz ohne die ansonsten nötige Übervorsicht absolvieren - selbst beim Wechseln auf die andere Straßenseite. Dennoch geht bei den meisten Passanten aus Gewohnheit kurz zuvor noch der Blick in Richtung Raderstraße - von wo normalerweise die Autos und Kleinlaster angefahren kommen.

Die nächsten Wochen gibt es aber kaum Durchfahrtsverkehr, denn der Ausbau der Hauptstraße hat begonnen. Gerolsteins Bauabteilungsleiter Klaus Jansen sagt: "Eine Sperrung während der Bauzeit wird erforderlich sein, Lieferverkehr wird aber weitestgehend sichergestellt."

Auf den Ausbau ist seit Jahren gewartet worden, da das Pflaster der Beanspruchung durch den Autoverkehr nicht standgehalten hat, und die losen Pflastersteine für Passanten immer öfter zu Stolperfallen wurden und zu einer Lärmbelästigung geführt haben.

Für den Ausbau des ersten, 140 Meter langen Teilstücks von der Einmündung der Raderstraße bis zum Ärztehaus werden laut Bauamtsleiter Jansen "acht bis zehn Wochen" kalkuliert. Bis Anfang Dezember dürften die Bauarbeiter demnach fertig sein. Bislang haben sie bereits bis auf einen schmalen Gehwegstreifen einen Großteil der Pflasterbelags ausgegraben. "Das haben wir extra so gemacht, damit die Fußgänger noch einigermaßen sicher vorwärtskommen", sagt Bauarbeiter Klaus Morgens von der Firma Backes aus Auw. Und er berichtet davon, wie er erst gestern einer älteren Dame, die vom Arzt zur Apotheke wollte, die Hand gereicht und ihr über die Straße geholfen habe. Er sagt: "Wenn jemand Hilfe braucht: Wir helfen gerne."

Ansonsten sind er und sein Kollege Martin Lerch derzeit damit beschäftigt, auch noch das restliche alte Pflaster aufzunehmen. Mehr Arbeiter sind aktuell nicht in der Hauptstraße beschäftigt. Morgens sagt: "Mehr als zwei Leute kann man für diese Arbeit auch nicht brauchen." Anschließend müssten sie Gräben ziehen, da die Regenrinne von der Mitte an den Rand der Straße verlegt wird. Da zudem die meisten Lampen versetzt werden, müssen die alten Fundamante beseitigt und neue betoniert werden. Danach werden die Randsteine gesetzt, die Gehwege gepflastert und die 3,50 Meter breite Fahrbahn asphaltiert.

Das marode Pflaster am Rondellvorplatz wird nicht mehr in diesem Jahr ausgebessert, sondern soll im kommenden Jahr komplett erneuert werden.

Dafür wird aber parallel in geringer Entfernung malocht: Arbeiter der Firma HTI stellen gerade die neuen Parkplätze an der Einmündung von Rader- und Hauptstraße her. Extra Die Kosten für den Ausbau des ersten Bauabschnitts der Hauptstraße betragen 220 000 Euro. Hinzu kommen rund 30 000 Euro für das Umsetzen der Straßenbeleuchtung, für Bepflanzung und Honorarkosten. Die Stadt Gerolstein erhält 130 000 Euro Zuschuss aus Mitteln der Stadtsanierung, die verbleibenden 120 000 Euro gehen zulasten der Stadt. Die Kosten für den zweiten Abschnitt vom Ärztehaus bis zum Rondellvorplatz einschließlich der Neugestaltung des Platzes werden derzeit mit 600 000 Euro kalkuliert, die für das dritte Teilstück bis zum Alten Rathaus mit weiteren 763 000 Euro. Zuschüsse aus Mitteln der Stadtsanierung fließen nur noch dieses Jahr, also für den ersten Bauabschnitt. Für den künftigen Umbau der Hauptstraße lautet die Kostenverteilung: 30 Prozent die Stadt, 70 Prozent alle Grundstückseigentümer der Kernstadt Gerolstein über den wiederkehrenden Beitrag. (mh)