Bahnhofspläne in Warteschleife

Bahnhofspläne in Warteschleife

Mehr Parkplätze, eine Bushaltestelle mit Wendeplatz, Toiletten und ein erweitertes Angebot für Radler und Zugreisende: Die Stadt Daun hat viel vor am Bahnhof. Allerdings kann sie Teile ihrer Pläne nur realisieren, wenn wieder ganzjährig Züge die Kreisstadt anfahren und das Land sich finanziell beteiligt.

Schon seit vielen Jahren wird über die Neugestaltung des Umfelds des Dauner Bahnhofs diskutiert. Gebäude und Areal waren nach der Stilllegung der letzten regulären Zugverbindungen aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden, seit Eröffnung des Maare-Mosel-Radwegs im Jahr 2000 ist der Bahnhof aber wieder eine Visitenkarte für die Stadt. Allerdings keine besonders attraktive, darüber sind sich alle Beteiligten schon lange einig.

Die wichtigsten Vorhaben für ein ansprechenderes Bahnhofsumfeld: Das Parkplatzangebot für die Radtouristen soll deutlich ausgeweitet und die Haltestelle des Radlerbusses von der stark befahrenen Bundesstraße hoch zum Bahnhof verlegt werden. Darüber hinaus sollen im Bahnhof Toiletten und - falls sich ein privater Investor findet - auch ein gastronomisches Angebot geschaffen werden.

Allerdings sah sich die Stadt nicht in der Lage, das ganze Paket mit einem Investitionsvolumen von mehr als vier Millionen Euro allein zu stemmen. Deshalb war die Hoffnung groß, dass das Land sich finanziell beteiligt, als im Mai vergangenen Jahres beschlossen wurde, dass ab 2014 auf der an Daun vorbeiführenden Bahnstrecke - der Eifelquerbahn zwischen Gerolstein und Kaisersesch - wieder regelmäßig Züge fahren sollen.
Zweckverband ermittelt erst die Kosten

Die Stadt war laut Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen davon ausgegangen, dass die Strecke Anfang dieses Jahres ausgeschrieben wird. Für Mitte des Jahres sollte der Zuschlag für einen Betreiber erteilt werden. Aber dieser Zeitplan ist laut Thomas Geyer, Direktor des Zweckverbands Schienen-Personennahverkehr im nördlichen Rheinland-Pfalz (SPNV), nicht mehr aktuell.

Derzeit würden die Investitionskosten für eine Reaktivierung des Zugverkehrs auf der Eifelquerbahn ermittelt. Geyer: "Wir gehen davon aus, dass die Zahlen im Juni vorliegen. Sie sind Grundlage einer europaweiten Ausschreibung, die im zweiten Halbjahr erfolgen soll." Mit einem Zuschlag für einen Betreiber der rund 50 Kilometer langen Eifelquerbahn sei für die erste Jahreshälfte 2012 zu rechnen. Für den SPNV-Chef reicht das, "um die Strecke für den Start im Dezember 2014 vorzubereiten."

Jenssen ist "nicht begeistert, dass Konkretes erst 2012 zu erwarten ist". Nun gelte es, das Konzept für die Umgestaltung zu aktualisieren, denn auch unabhängig von der Bahnstrecken-Reaktivierung müssten mehr Parkplätze geschaffen und die derzeitige Bushaltestelle an der Bundesstraße verlegt werden.