Bald freier Blick aufs Wahrzeichen

Bald freier Blick aufs Wahrzeichen

In der Winterperiode werden die Felspartien Munterley, Hustley und Auberg sowie das Areal um den Turm auf der Dietzenley freigeschnitten. Dabei kommen auch Kletterer zum Einsatz. Die Kosten sollen durch den Verkauf des geschlagenen Holzes teilweise gedeckt werden.

Gerolstein. Sie prägen das Gesicht Gerolsteins: das sich mächtig über die Stadt erhebende Munterley-Felsmassiv sowie der Hustley-Felsen und der Auberg. Wer einmal Gerolstein besucht hat, wird sich zumindest an diese markanten Felspartien erinnern.
Damit das so bleibt und Touristen wie Einheimische die geologischen Besonderheiten der Brunnenstadt in ihrer ganzen Pracht sehen können, werden in diesem Winter dort Bäume und Sträucher in großem Stil entfernt. Das Gleiche gilt für das Areal am Aussichtsturm auf der Dietzenley. Dort werden in Richtung Büscheich und Michelbach (Südosten bis Süden) eine Reihe besonders hoher Bäume gefällt und am Sockel rund um die Aussichtsturm Hecken und Sträucher in großem Umfang entfernt.
Stadtbürgermeister Bernd May (parteilos) sagt, warum: "Es handelt sich um Freistellungs- und Pflegemaßnahmen, die neben dem landespflegerischen Aspekt natürlich auch dazu dienen, einen freien Blick auf die Dolomitfelsen, die Gerolsteiner Wahrzeichen, zu sichern. Und auf der Dietzenley soll zum einen die Felspartie freigestellt werden und der Wanderer wieder einen freieren Blick in Richtung Salmwald bekommen."
Denn die höchste Erhebung des Gerolsteiner Landes ist einer der schönsten Stellen auf der Eifelsteig-Etappe zwischen Gerolstein und Daun - und dementsprechend stark frequentiert.
Gerolsteins Revierförster Ewald Michels weiß um die Notwendigkeit des Einsatzes: "Wenn wir den freien Blick auf die Felsen sowie vom Aussichtsturm wollen, dann müssen wir das alle fünf Jahre machen."
Spezialisten seilen sich ab


Und da die Felsen eben steil abfallen, bedarf es Spezialisten. Michels sagt: "Bei dieser Arbeit müssen Forstleute mit Kletterausbildung ran. Wir arbeiten da seit langem mit einer Spezialfirma aus Trier zusammen."
Das wird nicht ganz billig sein, dennoch sollen sich die Kosten für die Stadt Gerolstein im Rahmen halten. May sagt: "Für den Bereich Dietzenley gehen wir davon aus, dass die Maßnahme kostenneutral sein wird, da wir die Kosten für den Einsatz über den Holzverkauf wieder reinholen wollen."
Wie teuer die Stadt die Arbeiten letztlich zu stehen kommen werden, wollte Stadtbürgermeister Bernd May noch nicht sagen. Für dieses Jahr sind nach seiner Aussage insgesamt 8000 Euro eingeplant.
Die Arbeiten an der Dietzenley sollen bereits im kommenden Frühjahr abgeschlossen sein, an den Gerolsteiner Dolomitfelsen werden sie voraussichtlich bis Frühjahr 2014 dauern.Extra

Gerolsteins Revierförster Ewald Michels zeigt vom Aussichtsturm auf der Dietzenley, wo Bäume gefällt werden, damit man wieder eine grandiose Aussicht hat. TV-Foto: Mario Hübner.

Die Munterley ist das Wahrzeichen Gerolsteins. Sie gehört neben anderen Felsnasen (Hustley, Große Kanzel, Auberg, Drohende Ley) zu den Dolomitfelsen. Diese lagen vor Urzeiten im Meer und bildeten ein Korallenriff. Schon den Steinzeitmenschen bot der Fels Zuflucht. Geschützt vor Feinden und wilden Tieren ließen sich vor mehr als 30 000 Jahren die ersten Menschen im Buchenloch nieder. Damit ist die Höhle in Gerolstein die älteste Wohnung im Landkreis Vulkaneifel. In der Buchenlochhöhle fand man behauene Steinwerkzeuge. Auch Kelten und Römer prägten durch landwirtschaftliche Nutzung das Umfeld der Dolomiten. Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde in der Papenkaule Ackerbau auf Terrassen betrieben. Die Rodung der Wälder und die dauernde Beweidung ließen die Dolomiten verkargen. Aufforstungen führten seit Beginn des 20. Jahrhunderts dazu, dass sich das Landschaftsbild wieder änderte. red