Bald gibt es ein paar Löcher weniger

Bald gibt es ein paar Löcher weniger

Schon lange ist der Ärger groß über den schlechten Zustand der Landesstraße 96 zwischen Oberelz (Verbandsgemeinde Kelberg) und Monreal (Kreis Mayen-Koblenz), vor allem bei den Pendlern. Nun aber kommt Bewegung in die Problematik: 2,8 Kilometer der Strecke werden ab Mitte September auf Vordermann gebracht.

Oberelz/Mayen. Seit 32 Jahren fährt die Sondererzieherin Gisela Näckel aus Oberelz nach Mayen zur Arbeit. 16 Kilometer sind es von Tür zu Tür. "Die Straße von hier bis Monreal war immer schon schlecht", sagt sie dem TV. Zwar sei sie ausgebessert, auch mal an einer Stelle verbreitert und stückweise begradigt worden, doch noch nie ausgebaut. "Das Bild, das sie seit einigen Jahren bietet, ist kaum zu beschreiben", erklärt die 55-Jährige mit Blick auf die immer mehr, größer und tiefer werdenden Löcher in der Straße.
Mehr als 500 Mitglieder


An zügiges Fahren sei dort nicht mehr zu denken, Markierungen seien streckenweise überhaupt nicht mehr vorhanden, "damit kann man sich nun wirklich nicht mehr arrangieren", sagt sie. Als im April 2015 eine Bürgerinitiative (BI) wegen der Schlaglochpiste gegründet wurde, trat Gisela Näckel ihr bei. Wie sie schlossen sich der BI in kurzer Zeit mehr als 500 Menschen aus den Anliegerorten an.
Der Ortsbürgermeister von Oberelz, Albert Grohnert, ist zweiter Vorsitzender der kreisübergreifenden BI; seine Amtskollegen aus weiteren Dörfern in der VG Kelberg (Arbach, Retterath, Uersfeld, Mannebach) sind ebenfalls im Vorstand. Traditionell seien viele Bürger aus dem Elztal nach Mayen orientiert, erklärt Grohnert - ob sie nun dort arbeiten, einkaufen oder Ärzte aufsuchen.
Die Straße nach Mayen werde überwiegend von Pendlern genutzt, sagt er. Und teilt mit Gisela Näckel die Beobachtung, dass Jahr für Jahr immer weniger Touristen und Motorradfahrer auf der Strecke unterwegs sind. "Sie machen wohl wegen des katastrophalen Zustands der L 96 einen Bogen um uns", mutmaßt er.
Recht auf vernünftige Straßen


Bisher hat die BI mit Bannern und Plakaten auf die marode Straße aufmerksam gemacht, hat über Rundfunk und Zeitungen die Öffentlichkeit informiert. Hat "Drangsalierschreiben" nach Mainz - an Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD, bis Früjahr 2016 im Amt) und Volker Wissing (FDP) gesandt mit dem Tenor: "Unsere Bürger haben ein Recht, auf vernünftigen Straßen zur Arbeit zu fahren."
Nun kommt ganz aktuell Hoffnung auf. "Ich habe in Erfahrung gebracht, dass das Stück zwischen Fensterseifen und der Kreuzung Weiler noch in diesem Jahr voll ausgebaut werden soll", sagt Grohnert. Seine Information bestätigt der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Cochem-Koblenz. Der stellvertretende Leiter Werner Oster hat auf TV-Anfrage mitgeteilt, dass die Arbeiten an dem laut LBM 2,8 Kilometer langen Teilstück voraussichtlich Mitte September beginnen werden. Oster geht davon aus, dass etwa drei Monate gebaut wird. Die Kosten: rund 1,2 Millionen Euro. "Das ist ein Erfolg für die Bürger im Elztal", meint der Oberelzer Ortsbürgermeister. Allerdings werden sich die Pendler auf Umwege einstellen müssen, wenn die Bagger anrücken.
Vollsperrung erforderlich


Denn laut LBM Cochem-Koblenz wird "unter Vollsperrung der L 96" gebaut. "Kein Problem", sagt Gisela Näckel. "Das nehmen wir gerne in Kauf."Extra

Die Bürgerinitiative L 96/97 lädt für kommenden Mittwoch, 31. August, ab 20 Uhr, zu einer Versammlung in das Gemeindehaus in Bermel (Kreis Mayen-Koblenz) ein. Der Vorsitzende berichtet, zudem geht es um künftige Aktivitäten der BI. Info: Vorsitzender Walter Wendel, Ditscheid, Telefon 02656/1775, E-Mail: bi96/ 97@gmx.de. bb