Basberg gewinnt Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, Bettingen bekommt Silbermedaille

Bundeswettbewerb : Basberg gewinnt Finale von „Unser Dorf hat Zukunft“ (mit Bilderstrecke und Video)

Doppelerfolg für die Region Trier: Die Ortsgemeinde Basberg (Kreis Vulkaneifel) hat Gold beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen, Bettingen (Eifelkreis Bitburg-Prüm) Silber. 30 Dörfer hatten es bis in die Finalrunde geschafft, anfangs waren 1900 Gemeinden ins Rennen gegangen.

Sie ist die kleinste aller 30 Gemeinden, die es bis in den Bundesentscheid des Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ geschafft haben, jetzt ist sie die größte: Die gerade einmal 93 Einwohner zählende Gemeinde Basberg ist Bundessieger, hat also quasi die Goldmedaille gewonnen – gemeinsam mit sieben weiteren Kommunen. Die Entscheidung hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft heute bekanntgegeben.

„Egal, wie die Entscheidung ausfällt, wir haben jetzt schon gewonnen“, sagt Petra Himmels, die ehemalige Bürgermeisterin des Ortes. „Die zwei Jahre des Wettbewerbs haben die Basberger noch mehr zusammengeschweißt, als es vorher schon der Fall war.“ Ortsbürgermeister Diederichs ergänzt: „Wir fahren im Januar 2020 auf jeden Fall zur Auszeichnung der Bundessieger nach Berlin, auch wenn wir nicht gewonnen haben.“ Insgesamt hätten sich bereits 62 Basberger angemeldet.

Basberg feiert Bundessieg im Dorfwettbewerb

Basbergs Ortsbürgermeister Franz-Josef (Jojo) Diederichs ist aus dem Häuschen: „Was hier passiert, ist nicht zu begreifen. Einfach unglaublich. Damit haben wir nie und nimmer gerechnet Wahnsinn!“ In Basberg würde gerade das „Gemeindehaus geschmückt, Fleisch und Getränke sind bestellt, heute Abend wird dick gefeiert – und zwar bis in die Nacht“, berichtet Diederichs am Donnerstagnachmittag, kurz nachdem er die Nachricht auf dem Handy erhalten habe. Und zwar auf Fehmarn. Denn dorthin ist er mit der Familie in der Nacht aufgebrochen. „Das ist ja das ,Schlimme“, sagt er. „Aber ich habe mit meiner Frau schon ne Flasche Sekt auf unseren tollen Erfolg aufgemacht.“ Wenn sie aus dem Urlaub zurückkämen, „müssen wir einfach nochmal ne große Party mit dem ganzen Dorf machen“, sagt er Kraft seines Amtes. Zwei Dinge seinen jetzt schon klar: Mit dem Preisgeld von 15 000 Euro (Diederichs: „Das ist richtig dickes Geld für uns.“) soll aufs neue Gemeindehaus nun doch eine Photovoltaikanlage gebaut werden, „damit wir einen weiteren Schritt bei unserer Nachhaltigkeits-Strategie gehen können“. Bislang war ihnen das Vorhaben wegen Geldmangels abgelehnt worden. Und zweitens ist schon jetzt klar, dass fast das gesamte Dorf mit zur Siegerehrung am 24. Januar in Berlin fahren wird. „Wir müssen dafür ja nur zwei Busse chartern“, sagt Diederichs – und fügt hinzu: „Gut 60 Basberger haben sich jetzt schon angemeldet, darunter 30 Kinder.“

Belohnt wurde von der Jury vor allem das Engagement der Dorfgemeinschaft Basbergs. Beispielsweise haben die Basberger beim Bau ihres neuen Bürgerhaus, das noch nicht ganz fertig ist, inzwischen rund 2500 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet.

Die Golddörfer erhalten ein Preisgeld von jeweils 15 000 Euro. Darüber hinaus werden die Silberdörfer mit 10 000 Euro Preisgeld und Orte mit Bronze mit 5 000 Euro Preisgeld geehrt.

Bettingen im Eifelkreis Bitburg-Prüm darf sich also neben der Silbermedaille auch über 10 000 Euro freuen.

Julia Klöckner, Bundesministerin für die ländlichen Räume, lobte alle Finalteilnehmer: „Den 30 Bundessiegern unseres Wettbewerbs gratuliere ich sehr herzlich. Es ist beeindruckend, was die ausgezeichneten Dorfgemeinschaften ehrenamtlich auf die Beine gestellt haben. Sie haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, was bürgerschaftliches Engagement leisten kann. Es ist der Kitt unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts und gerade auf dem Land ein wesentlicher Standort- und Bleibefaktor. Die Dörfer ha-ben erfolgreich ihre Vorstellung eines attraktiven Dorflebens verwirklicht.“

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