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Bauarbeiten für das Kultur- und Mehrgenerationenhaus in Schalkenmehren vor dem Abschluss

Gastronomie : Endspurt im Haus mit Maarblick

Die Bauarbeiten für das neue Kultur- und Mehrgenerationenhaus in Schalkenmehren sind so gut wie beendet – ein 670 000-Euro-Projekt.

Das äußere Bild des Geländes in der Mehrener Straße in Schalkenmehren hat sich seit dem Frühjahr 2019 komplett verändert. Die alte Schule gleich neben der Kirche, deren Bausubstanz noch aus Kaiserszeiten stammt und daher unter Denkmalschutz steht, beherbergt nach wie vor das Heimwebereimuseum.

Von dem Anbau aus den 60er Jahren, der früher ebenfalls als Schulgebäude diente, ist allerdings nur noch ein bodenlanges Fenster zu sehen. Die gesamte Fensterfront und die Außenwand wurden abgerissen, um so den Neubau unmittelbar anzuschließen.

Bis zur Grenze des Kirchengrundstücks erstreckt sich nun ein klassisch moderner Bau in massiver Holzbauweise (der TV berichtete). Im Zuge der Bauarbeiten wurde das alte Gebäude gleichzeitig komplett saniert. Ein barrierefreier Zugang zum Haus ist ebenso angelegt.

Mit dem neuen und alten Gebäude stehen den Bürgern nun insgesamt rund 190 Quadratmeter für Veranstaltungen zur Verfügung. Das alte und neue Gebäude bildet eine Einheit, kann aber mittels Falttüren in zwei Räume unterteilt werden, so dass zwei Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden können.

Eine großzügige Fensterfront zu beiden Seiten des Holzkonstrukts bringt reichlich Licht und gibt vor allem den einzigartigen Blick auf das Maar frei.

„Die Fenster sind dreifach verglast mit schallisolierenden Scheiben“, erklärt der Schalkenmehrener Ortsbürgermeister Peter Hartogh. Vom Bodenbelag über die gesamte Elektroinstallation, Sanitäranlagen bis hin zu den Akustik-Decken und Beleuchtung „im ganzen Haus mit LED-Leuchten und dimmbar“, sagt Hartogh, ist alles neu und barrierefrei. Besonders fallen im Neubau die Akustik-Segel an der Decke auf. Auch die technische Ausrüstung wie Beamer oder offenes Wlan stehen nun zur Verfügung.

Schon im Frühjahr diesen Jahres sollte es so weit sein, dass das Haus sich wieder mit Leben füllt. Aber Corona und auch Probleme mit dem Innenausbau verzögerten den Zeitplan. „Es fehlt noch die Beschallungsanlage, die in ein paar Tagen eingebaut wird und die Küchenzeile“, sagt der Ortsbürgermeister. Aber etwas Leben gab es dennoch bereits im Haus. Es wurden schon Gemeinderatssitzungen abgehalten und der Skatclub sowie die Frauen-Gymnastikgruppe haben das neue „Zuhause“ erlebt. Auch wurde kürzlich eine Hochzeit gefeiert.

Was den Orts-Chef besonders freut ist, dass sich drei Schalkenmehrener Frauen – Sabine Freitag, Elfi Geibel und Anita Thielen – „in vorbildlicher Weise um den zur Maarseite hin gelegenen Museumsgarten und um die Bepflanzung und die Pflege der Anlagen rund ums Haus kümmern“, wie Hartogh sagt. Er verrät aber noch eine weitere Überraschung, die bis Ende November vor dem Neubau stehen soll: ein quadratisches Postament aus Basaltgestein.

Und das ist nicht alles: Im Rahmen der gesamten Um- und Anbauarbeiten müsse eine bestimmte Summe, rund 10 000 Euro, für das Projekt „Kunst am Bau“ vorgesehen sein, sagt Hartogh. Daher wurde ein Wettbewerb für Künstler aus der Region ausgeschrieben, eine Kunstinstallation zu entwerfen, die dann auf dem Postament angebracht werden soll.

Der Gemeinderat und eine Bewertungskommission gaben den Zuschlag an den Künstler Christoph Anders aus Senheim an der Mosel.

Seine Idee für das Kunstobjekt vor dem neuen Begegnungszentrum: ein Edelstahlgebilde, das sich am Grundriss des Gebäudes orientiert, mit aufwändigen Relief-Fenstern aus Bronze. Diese beinhalten jeweils ein Motiv, zugeschnitten auf das Haus und den Ort. Da sollen unter anderem das Weberei-Museum, Musik- und Kunstszenen, Begegnungen oder auch der Moarflappes wiedergegeben werden.

Kunst wird es auch in den Innenräumen geben. Zwei Originalbilder des Malers Pitt Kreuzberg, der von 1913 bis zu seinem Tod 1966 in Schalkenmehren lebte, hat die Kreisverwaltung aus ihrem Archiv zur Verfügung gestellt, die im Foyer des neuen Hauses ihren Platz finden werden.

Wie alt und neu miteinander harmonieren, zeigt der Anbau an der alten Schule in Schalkenmehren. Foto: Lydia Vasiliou

In einem Zug mit den Bauarbeiten wurde auch an die Jugend gedacht. Im Keller des Hauses entsteht derzeit ein großer Raum, in dem die jungen Menschen sich zukünftig ungestört treffen können. „Die  Kosten für die gesamten Bauarbeiten haben wir auch nahezu eingehalten“, sagt Hartogh. Die belaufen sich auf rund 670 000 Euro, abzüglich des Zuschusses aus dem Dorferneuerungsprogramm von 415 000 Euro.