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Bauen wie die alten Römer

Bauen wie die alten Römer

Das Original ist vor fast 2000 Jahren entstanden, nun baut der Archäologische Förderverein Duppach das antike Speichergebäude nach. Das Haus auf sechs Pfosten am Infopunkt "Auf Bremscheid" soll 50 000 Euro kosten.

Duppach. "Heute geht es hoch hinaus", sagt Maria Surges, Vorsitzende des Archäologischen Fördervereins Duppach (AFD). Denn das Aufbauen der Giebelspitze steht an. Mit der Rekonstruktion des römischen Sechs-Pfosten-Speichergebäudes am Infopunkt "Auf Bremscheid" bei Duppach wird auch ein Stück der bisherigen Ausgrabungen der 2001 gefundenen römischen Villa in Duppach-Weiermühle (Verbandsgemeinde Gerolstein) wieder auferstehen. Denn bei der vierten Grabung 2005 wurden tatsächlich Reste und die Pfostenlöcher eines römischen Speichergebäudes aus dem zweiten nachchristlichen Jahrhundert gefunden.
Leute sollen etwas sehen können


"Das war für uns schon damals klar: Wenn wir mal was realisieren wollen, wäre das eine Sache, die man in Angriff nehmen könnte", sagt Surges. Auch Peter Henrich, der bisher alle Ausgrabungen in Duppach geleitet hat und stellvertretender Vorsitzender des AFD ist, sieht den Bau des Speichergebäudes positiv. "Man muss immer überlegen, was man macht. Es ist eine Gratwanderung, aber so können die Leute zumindest etwas sehen", sagt er.
Ursprünglich war der Baubeginn schon für Mitte März geplant, und im September bei den Festlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen des AFD sollte das Gebäude fertig sein. Doch ein nasses und kaltes Frühjahr machte den Plan zunichte. Erst Ende April konnte das Eichenholz aus dem Wald geholt werden, im Mai fiel der Startschuss mit dem Verarbeiten der Hölzer durch ein mobiles Sägewerk.
"So wie es aussieht, werden wir dieses Jahr nicht fertig", sagt Surges. "Wir kommen frühestens Ende September dazu, den Lehmputz auf die Außenwände aufzutragen, und dann würde er nicht mehr austrocknen." Das Eichenholz für das fünf mal sieben Meter große Speichergebäude wurde von der Gemeinde gespendet, doch hier hatte man sich verrechnet. Die Bohlen für den Boden fehlten und mussten nachträglich gekauft werden.
Rohbau soll bald fertig sein


"Wir hoffen, dass wir bald den Rohbau stehen haben, weil dann die Eiche-Dachschindeln geliefert werden. Jemanden zu finden, der sie herstellt, war gar nicht einfach", sagt Surges. "Natürlich möchten wir auch schnellstmöglich die Dacheindeckung in Angriff nehmen, damit es für die Besucher beim Vereinsjubiläum am 15. September etwas zu sehen gibt."
Alle Holzpfosten wurden zwar maschinell gesägt, mussten dann aber wegen einer Vorgabe des Landesmuseums von Hand mit dem Beil behauen werden, um sie so nah wie möglich der römischen Fertigungsweise anzupassen. Das allein hat rund 350 schweißtreibende Stunden Arbeit einiger Vereinsmitglieder erfordert. Wenn das Gebäude fertiggestellt und künftig immer im Sommer geöffnet sein wird, werden fünf Infotafeln im Inneren über die Ausgrabung, die geophysikalischen Untersuchungen und über die Römerzeit informieren. Außerdem werden verschiedene Repliken von besonders schönen antiken Köpfen zu sehen sein.Extra

Der Archäologische Förderverein Duppach unterstützt finanziell und logistisch das wissenschaftliche Forschungsprojekt und die archäologischen Ausgrabungen der römischen Villenanlage von Duppach-Weiermühle. Durch weitere Forschungsaktivitäten in der Region soll die Einbindung der Anlage in den Siedlungsraum der Eifel in römischer Zeit (1. bis 4. Jahrhundert nach Christus) untersucht werden. Darüber hinaus organisiert der Verein Veranstaltungen, Publikationen und die Zusammenarbeit mit den Medien. Ein wichtiges Anliegen ist es, archäologische Forschungen leicht verständlich zu vermitteln und so Interesse für diese Wissenschaft zu wecken. Der Verein finanziert sich über die Beiträge und Spenden seiner 150 Mitglieder. HGExtra

Rund 50 000 Euro wird der Bau des römischen Speichergebäudes kosten. Die Maßnahme wird zu 50 Prozent über das Leader-Programm der EU gefördert. Alle Arbeiten werden von den Vereinsmitgliedern geleistet, der Kauf von Holz, Beton, Lehmputz und anderen Materialien schlägt jedoch ordentlich zu Buche. Am Ende kostet der Bau den Verein mindestens noch 15 000 Euro. HG