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Bauern machen ihrem Unmut Luft

Bauern machen ihrem Unmut Luft

Christian Schmidt (CSU) hat im Rahmen einer Eifel-Mosel-Hunsrück-Rundfahrt Station in Ellscheid gemacht. Dort empfingen ihn zahlreiche Landwirte, die von ihren großen Sorgen und Nöten berichteten.

Ellscheid. Dass der Bundeslandwirtschaftsminister, den man sonst nicht so häufig persönlich trifft, Station in der Eifel - genauer gesagt, auf Einladung der CDU Vulkaneifel in Ellscheid - macht, ist die Gelegenheit, auf die zahlreiche Bauern nur gewartet haben. "Ihrem" Minister einmal direkt sagen können, was die niedrigen Preise beispielsweise für Schweinefleisch und Milch für sie bedeuten, ist vielen ein Bedürfnis.Landtagswahl 2016


Und Schmidt stellt sich vor dem Gasthaus Janshen. Dass er keinen Applaus bekommen würde, ist ihm klar, denn die schlechte Lage in der Landwirtschaft ist ja nicht neu.
Deshalb ist er gewappnet für das, was auf ihn zukommt, der Franke, der nach eigenem Bekunden "nicht in Watte gepackt" ist. Mittlerweile ist ein Protestzug mit gut mehr als 20 Traktoren angekommen, die Stimmung ist hitzig. Kein Wunder, wenn man hört, was die Landwirte berichten. "Ich geh jetzt pleite, eine ganze Familie mit drei Generationen hängt dran", "Bis Ende des Jahres werden viele Betriebe über die Klinge springen", "Wollen Sie, dass alle Betriebe kaputt gehen?"
Es sind viele Vorwürfe, die sich der Minister anhören muss, auch dieser: "Sie vertreten als Minister Ihre Landwirte nicht mehr." "Warum setzen Sie nicht einen Mindestpreis für unsere Produkte fest?" und "Warum wird die Milchmenge nicht gedeckelt?", wird Schmidt gefragt.
Er wisse um die "großen existenziellen Probleme", verweist aber mehrfach darauf, dass er allein "den Schalter nicht einfach umlegen" könne. Er lobt die Bauern für die gute Qualität ihrer Erzeugnisse, nur leider sei die "Wertschätzung für die Lebensmittel unterentwickelt. Der Wettbewerb geht wohl nur noch über billig."
Für sein eigentliches Thema "Zukunftspolitik für starke ländliche Räume" bleibt nur wenig Zeit. Schmidt nennt die Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung vor allem für die älteren Bürger und schnelles Internet auch auf dem Land als Beispiele. Ein Zuhörer will von dieser Thematik offenbar nichts hören, ein "Blablabla" ist deutlich zu hören. "Was nutzt mich schnelles Internet, wenn ich pleite bin?", sagt einer im Hinausgehen. Der Minister setzt auf das Prinzip Hoffnung: "Vielleicht sieht es nach einem holprigen Jahr Ende 2016 besser aus als noch momentan."