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Bauern verlieren eine Anlaufstelle

Bauern verlieren eine Anlaufstelle

DAUN. (bl/sts) Die Tage des Beratungsstützpunkts Daun der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt (SLVA) sind gezählt. Im Zuge der Agrarverwaltungsreform (der TV berichtete) wird das Büro im Haus der Landwirtschaft offenbar Ende des Jahres geschlossen.

"Ich gehe davon aus, dass zum 1. Januar 2004 Schluss ist", sagteJohann Mücken, Leiter der SLVA Bitburg-Prüm, gestern aufTV -Anfrage. Darauf deutet auch die Einschätzung von BerndFeltges, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Daun, hin: "Füruns ist klar, dass die Beratungsstelle nach einer Übergangsfristzugemacht wird. Die Räume sind zum Ende des Jahres gekündigt." Nach der Entscheidung der Landesregierung werden die bislang 21 rheinland-pfälzischen Anstalten mit elf Außenstellen in sechs Dienstleistungszentren zusammengefasst. Ein Zentrum gibt es in Bitburg. Dort wird dann die Anlaufstelle für die derzeit 330 Haupterwerbs- und 700 Nebenerwerbslandwirte im Kreis Daun sein. Feltges bedauert dies: "Die Beratungsstelle in Daun hat bis jetzt noch einen regen Zulauf." Und das, obwohl 1995 die Zahl der Berater bereits von damals 14 auf heute noch zwei feste und zwei nichtständige Mitarbeiter gekappt worden sei. Feltges fürchtet: "Wenn ein Landwirt künftig nach Bitburg fahren muss, wird er sich mit seinen Fragen vielleicht zuerst an uns vom Bauernverband wenden. Aber wir können nicht in allen Fragen helfen, zum Beispiel im Pflanzenschutz."

Pragmatischer sieht es Mücken: "Wenn im Moment sowieso ein Förderstopp gilt, kommen auch keine Landwirte mit Förderanträgen." Während bei so einschneidenden Vorhaben der Landesregierung die Aufgabe kleiner Stützpunkte die logische Folge sei, beschäftigt ihn vor allem die ungeklärte Frage, was mit dem Personal geschieht.

"Rollende Büros" für den Kreis Daun

Unterdessen sieht der Dauner FDP-Landtagsabgeordnete Edmund Geisen noch eine Möglichkeit, dass auch nach Schließung des Büros Berater im Kreis ihren Dienst tun: "Vielleicht wird es rollende Büros geben, also Berater, die von Bitburg aus rausfahren und in den einzelnen Orten agieren."

Klar ist nun auch die Zukunft des Kulturamts Prüm, das auch für den größten Teil des Kreises Daun zuständig ist. Das Amt wird ab September in das Bitburger Dienstleistungszentrum integriert. In Prüm sollen während einer Übergangszeit noch laufende Bodenordnungsverfahren und Beratungsprojekte abgewickelt werden.