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Baumängel: Kaisersescher Zentralplatz muss nach nur sieben Jahren saniert werden​

Baumängel : Kaisersescher Zentralplatz muss saniert werden

Nach nur sieben Jahren verliert die Brunnenanlage in der Ortsmitte kontinuierlich Wasser

Der Zentralplatz an der Sparkasse in Kaisersesch (Landkreis Cochem-Zell) sollte das Schmuckstück der Stadtkernsanierung werden und die Mitte der Eifelstadt beleben. Dies ist zumindest teilweise geglückt, an schönen Tagen sitzen Eltern auf den Steinmauern und schauen ihren Kindern zu, wie diese durch Wasserfontänen laufen und das kühle Nass genießen. Doch nach nur sieben Jahren ist die Anlage nun defekt, das System verliert Wasser. Die Stadt muss nun entscheiden, ob das Wasserspiel eine Zukunft hat.

Kosten bis zu 300.000 Euro Eric Schwarz (SPD) erkundigte sich in der jüngsten Sitzung des Kaisersescher Stadtrates nach dem Zustand des Brunnens am Zentralplatz. Die Antwort war ernüchternd. „Es gibt noch kein Angebot, aber es ist mit Kosten in Höhe von 200.000 bis 300.000 Euro zu rechnen“, sagte Stadtbürgermeister Gerhard Weber. Das Problem: Das System, bei dem elf Fontänen abwechselnd Wasser spucken, verliert zu viel Flüssigkeit. Im Normalbetrieb gehen pro Woche etwa fünf Kubikmeter verloren, momentan sind es 30.000 Liter, die nachgefüllt werden müssen. „Das kann man nicht mit gutem Gewissen machen“, bemerkte Margareta Zeimetz, Beigeordnete der Stadt. Laut Bürgermeister Gerhard Weber ist das System an zwei Stellen undicht.

Die elf Fontänen liegen innerhalb eines Dreiecks aus Rinnen, die das Wasser auffangen und in einen unterirdischen Vorratsbehälter leiten. An dieser Stelle sind Schäden bekannt. Aber auch verschiedene Zuleitungen zu den Fontänen sind defekt. „Im Grunde müsste der Platz komplett neu gemacht werden“, sagt Stadtchef Weber.

Eine Gewährleistung für das Wasserspiel im Zentralplatz gibt es nicht mehr, „diese ist abgelaufen“, sagt Weber. Das ist auch nicht entscheidend, denn die Firma, die die Anlage gebaut hat, existiert nicht mehr. Daher wurde eine andere Firma beauftragt, um ein Gutachten zu erstellen.

Wasserverlust soll reduziert werden „Die trauen sich aber nicht wirklich an die Sache ran“, sagte Weber in der Ratssitzung. Man wolle zunächst zwei Düsen abstellen, um den Wasserverlust zu reduzieren. Auf Nachfrage erklärt der Stadtchef, dass die neue Firma ein anderes System verwendet, um Fontänen zu bauen – ein einfacher Austausch scheint schwierig.

Im Haushaltsplan der Stadt sind bereits 50.000 Euro für die Reparatur des Brunnens vorgesehen. Dieses Geld dürfte allerdings nur für die Untersuchung und den Planer ausreichen. Einen Zeitplan für die Sanierung gibt es noch nicht. Allerdings werde man das Thema bald im Stadtrat besprechen, verspricht Weber.

Eine Sanierung müsste vom Rat verabschiedet und auch ausgeschrieben werden. Der Neubau des Zentralplatzes in Kaisersesch dauerte von Oktober 2013 bis Mai 2015. Die Einweihung des Platzes wurde mit einem großen Stadtfest gefeiert. Mit Mitteln des Städtebauförderprogramms sollte die Stadtmitte vitalisiert werden. Der Stadtrat hoffte darauf, dass sich zusätzliche Gastronomie ansiedelt und den neu gewonnenen Raum nutzt. Zudem sollte dem Leerstand entgegengewirkt werden. Landrat Manfred Schnur war 2015 überzeugt: „Kaisersesch ist ein Vorzeigebeispiel bei der Stadtentwicklung.“ Mit der Städtebauförderung wurden in Kaisersesch auch der Bereich Altes Kino und das ehemalige Haus Zonenberg neu gestaltet – wobei der neue Festplatz noch nicht fertiggestellt und auch nicht eröffnet ist. Gefördert wurden auch private Projekte.