1. Region
  2. Vulkaneifel

Beck: Unser Kurs ist nicht korrekturbedürftig

Beck: Unser Kurs ist nicht korrekturbedürftig

Volles Haus in Oberstadtfeld: Ministerpräsident Kurt Beck hat bei seinem Auftritt im Bürgerhaus vor mehr als 300 Besuchern dafür geworben, dass die Landesregierung die aus seiner Sicht erfolgreiche Arbeit nach der Landtagswahl am Sonntag fortsetzen kann.

Oberstadtfeld. Ein langer roter Teppich, ein geschmücktes Bürgerhaus, ein Programm mit Musik, Unterhaltung und Information sowie ein Büfett, zubereitet vom ehemaligen Mitglied der deutschen Köche-Nationalmannschaft, Arnold Möseler: Die SPD Vulkaneifel mit der Vorsitzenden und Landtagskandidatin Astrid Schmitt an der Spitze lässt sich nicht lumpen beim Eifelabend in Oberstadtfeld.

Das Haus ist voll, rund 350 Besucher sind der Einladung gefolgt. Erwartungsgemäß viele SPDler, aber auch viele ohne oder mit einem anderen Parteibuch wie Werner Klöckner, CDU-Bürgermeister der Verbandsgemeinde Daun.

Die Aussicht, die Spezialitäten von Möseler, der an diesem Abend nicht nur Koch, sondern als Ortsbürgermeister auch Hausherr ist, genießen zu können, mag ein zusätzlicher Anreiz für einen Besuch gewesen sein, aber im Mittelpunkt des Interesses steht eindeutig der Auftritt von Kurt Beck. Der SPD-Landesvorsitzende und seit 16 Jahren amtierende Ministerpräsident wird mit viel Beifall begrüßt. "Es ist so schönes Wetter, da möchte man am liebsten auch nur über schöne Dinge berichten", sagt Beck. Aber das lässt das aktuelle Weltgeschehen - Japan, Libyen - nicht zu. Zu Gaddafi drängt sich ihm die Frage auf: "Ist der mehr verrückt als Verbrecher oder mehr Verbrecher als verrückt?" Das Vorgehen der Bundesregierung bei der Einrichtung einer Flugverbotszone über Libyen macht Beck "zu schaffen. Ich bin bedrückt, dass sich Deutschland nicht klar positioniert, sondern im Weltsicherheitsrat enthalten hat." Er hätte es begrüßt, dass die Bundesrepublik "an der Seite der Europäer und den USA gewesen wäre." Eine Auffassung, mit der er an diesem Abend nicht allein ist, was der große Beifall beweist.

Mit Blick auf Japan plädiert Beck dafür, Lehren aus dem dortigen Geschehen zu ziehen. Und das soll nicht in einem kleinen Kreis geschehen, sondern "wir müssen alle gemeinsam überlegen, wie der Ausstieg aus der Atomkraft und der Einstieg ins Zeitalter der regenerativen Energien erreicht werden können."

Nach den weltpolitischen Brennpunkten wendet sich Beck der landespolitischen Bilanz zu. "Wir haben einiges geschafft", stellt der 62-Jährige fest und nennt die kostenfreien Kindergartenplätze, den deutlichen Ausbau der Ganztagsschulen und dass ab 2012 keine Buskosten mehr für Schüler ab der fünften Klasse gezahlt werden müssen. Sein Fazit: "Unser Kurs ist nicht korrekturbedürftig, sondern allenfalls ist er zu ergänzen."

Aber Beck sieht noch eine Menge Herausforderungen, denen er sich als Regierungschef in den kommenden fünf Jahren stellen will. Beispiel Mindestlohn: "Wer den ganzen Tag arbeitet, muss auch davon leben können und darf nicht auf Barmherzigkeit angewiesen sein müssen." Und: "Unser Land muss familienfreundlich und attraktiv für junge Leute sein, damit wir im Wettbewerb mit anderen europäischen Regionen bestehen können."

Die politische Konkurrenz findet bei Beck kaum Erwähnung, erst am Ende seiner Rede kommt CDU-Kontrahentin Julia Klöckner vor. Becks Appell: "Alle sind gut beraten, darauf zu achten, nicht zu viele Scherben zu hinterlassen. Denn ab dem 28. März müssen wir wieder alle zusammenarbeiten."