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Bei Gottesdienst im Seniorenhaus in Daun sagen Bewohner Danke

Soziales Engagement : Gartengottesdienst in schwierigen Zeiten

Innehalten und Danke sagen war das Anliegen eines Gartengottesdienstes im  Haus Regina Protmann. Alle 143 Mitarbeiter wurden beschenkt.

(bb) Es sei schwer, auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, sagt Klara Bauer im Vorwort zu den Fürbitten bei einem ungwöhnlichen  Gartengottesdienst. Umso dankbarer seien die Bewohner für die vielen Hilfsangebote des Pflege- und Küchenpersonals, des Reinigungs- und Hausdienstes, der sozialen Betreuer und der Ehrenamtlichen. „Sie haben mit großem Einsatz ihr Bestes gegeben, sie tun alles Menschenmögliche und gehen oft bis an die Grenzen der Belastbarkeit“, resümiert die Seniorin. Hinzu käme die immense Verantwortung der Mitarbeiter in Leitung und Verwaltung. „Sie müssen Entscheidungen treffen, die Bewohner und Angehörige traurig machen und schwer zu verstehen sind“, räumt sie ein.

   Gesprochen werden diese Worte beim Gartengottesdienst des Regina-Protmann-Seniorenhauses. Zwischen verschiedenen Sommer- und Ringelblumen, unter Sonnenschirmen und auf Gartenstühlen haben sich wohngruppenweise Bewohner und Mitarbeiter versammelt. Pater Charls Thomas, der Hausgeistliche, zelebriert den Gottesdienst. Auch er nennt als tiefsten Grund die Dankbarkeit – „dafür, dass wir alle nicht an Covid-19 erkrankt sind und dass unsere Mitarbeiter in dieser außergewöhnlichen Zeit immer für uns da waren.“

  Der Bewohnervertreter Georg Steinhagen bekräftigt den Dank des Paters. Und die Bewohnerin Margret Clemens überreicht eine Schale mit 143 Losen. Das Schöne: Jedes Los gewinnt. Das Besondere: Die Preise sind allesamt unter den kreativen Händen von Bewohnern entstanden. Ob Schmuck oder Schals, Socken oder Taschentücher mit Spitze, Gemälde oder Glückwunschkarten und vieles mehr – die Mitarbeitervertreterin Anja Schneider wird für die ordnungsgemäße Ziehung und Verteilung sorgen.

   Die Idee stammt ursprünglich von Irma Knötgen. Vor vier Jahren zog die heute 83-Jährige aus ihrem Dauner Eigenheim in eine Wohnung im Regina-Protmann-Haus. Sie habe persönlich zu danken, sagt sie im TV-Gespräch – „denn hier geht es mir prächtig.“ Zudem habe sie im Laufe der „Corona-Monate“ gespürt, dass es vielen Mitbewohnern ein Bedürfnis sei, sich bei den Menschen, die sich rund um die Uhr auf vielfältige Weise um sie kümmern, auf besondere Weise zu bedanken.

Irma Knötgen legte mit Halsketten und Armreifen, die sie aus echten Steinen und Perlen fertigt, den Grundstock der Tombola. Die Haus-
oberin, Schwester Maria Magdalena, und ihre Ordensschwestern nahmen weitere Bewohner mit kreativem Können ins Boot. Bis schließlich 143 Teile zusammengekommen waren und der Dankgottesdienst gefeiert werden konnte.

   „Die Tombola war ein gut gehütetes Geheimnis“, erzählt Michael Förster dem Trierischen Volksfreund. Der Heimleiter, der auch Geschäftsführer des Trägers (die Gesellschaft der Katharinenschwestern) ist, hatte erst am Vorabend von der Sache erfahren. „Eine echte, tolle Überraschung“, sagt er nun. Auch er ist dankbar, dass die Zeit seit Mitte März, als das Haus von heute auf morgen für Besucher geschlossen wurde, von allen Beteiligten gut gemeistert worden sei. Inzwischen könne jeder Bewohner täglich zwei Besucher ohne zeitliches Limit empfangen, erklärt er. „Aber die Sorge um die Gesundheit der 170 Bewohner und der 143 Mitarbeiter bleibt“, sagt er.