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Bei Turnhallen-Entscheidung in Gerolstein tendieren immer mehr zum Neubau

Infrastruktur : Neubau findet immer mehr Anhänger

Bei der Turnhallen-Entscheidung in Gerolstein bahnt sich eine Trendwende an: Wegen der enormen Kostensteigerung häuft sich Kritik an der bislang favorisierten Sanierungslösung.

An der Börse lautet eine goldene Regel: schlechtem Geld kein Gutes hinterherwerfen. Ähnlich dieses Mottos haben nun mehrere Politiker der Verbandsgemeinde Gerolstein, die Schulträger und somit verantwortlich für den baulichen Zustand der Einrichtung ist, argumentiert, als es erneut um die Turnhalle an der Grund- und Realschule plus in Gerolstein ging. Allen voran Georg Linnerth, Vorsitzender der SPD-Fraktion, sagte in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses: „So viel Geld in marode Substanz stecken? Nein! Schließlich können in dieser Halle, wie sie geplant ist, noch nicht einmal reguläre Handball- oder Fußballspiele und also auch kein zeitgemäßer Schulsport abgehalten werden. Ich bin dafür für einen Schwenk: Wir sollten, auch wenn es weitere ein bis zwei Jahre dauert, lieber daneben eine neue Halle bauen.“

In die gleiche Kerbe schlug sein Fraktionskollege Uwe Schneider: „Angesichts der Kostensteigerung von 800.000 auf nun 1,6 Millionen Euro bin ich nun auch für einen Neubau. Zusätzlicher Vorteil: Während der Bauarbeiten könnte der Schulsport in der bisherigen Halle weiterlaufen und müsste nicht für anderthalb Jahre ausfallen.“

Auch Klaus Sohns von der CDU-Fraktion sprach sich für diese Lösung aus: „Ich tendiere auch für eine neue Halle. Die wird zwar teurer werden, aber einen modernen Schulsport und Spielbetrieb ermöglichen. Eine Sanierung ist für mich in diesem Fall eine teure, aber trotzdem nur halbherzige Lösung.“

Auch der Schulleiter Günter Mehles sprach sich eindeutig für diese Variante aus. Er sagte: „Der springende Punkt ist: Die Halle ist zwar für den Schulsport zugelassen, aber nicht dafür geeignet. Sie ist schlichtweg zu klein. Man sollte diese Maße nicht noch mit viel Geld unterfüttern.“

Matthias Pauly (CDU), Bürgermeister der Verbandsgemeinde Gerolstein, wiederum machte sich weiterhin für die Sanierungslösung stark, die bereits in der seit Jahren andauernden Diskussionen stets favorisiert worden war. Er sagte: „Wenn es nun um einen Neubau gehen soll, dann muss jedem klar sein, dass wir frühestens im Frühjahr 2019 in die Entscheidung einsteigen können –  wenn sich der Rat der neuen Verbandsgemeinde Gerolstein konstituiert hat.“ Denn das sei Beschlusslage vor dem Hintergrund der Fusion mit Hillesheim und der Oberen Kyll. Und das, so Pauly, wolle er nicht. „Ich bin für die Sanierung der Halle und dem Neubau der Nebenräume, dann haben wir das schon mal. Danach soll sich der neue VG-Rat nochmals damit befassen, ob noch eine zusätzliche Halle gebaut werden soll.“ Zudem gab er zu bedenken: „Bei der Sanierung sprechen wir von 1,6 Millionen Euro, bei einem Neubau werden es mit Sicherheit drei Millionen Euro sowie zusätzlich 300.000 Euro Abriss- und Entsorgungskosten.“

Letztlich einigte sich der Bauausschuss einstimmig darauf, noch keinen weiteren Beschluss zu fassen, sondern das Thema erneut in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Verbandsgemeinderats zu diskutieren.

Mächtig in Schieflage geraten ist das Finanzierungskonzept für die geplante Sanierung der Realschulturnhalle in Gerolstein. Nachdem anfänglich 850.000 Euro für die Sanierung veranschlagt worden waren, wird inzwischen von 1,6 Millionen Euro ausgegangen. Daher wird nun auch wieder über einen kompletten Neubau gesprochen. Foto: Mario Hübner

Zuvor hatten die Planer Hendrik Eltze und der Energieberater Stefan Krämer die Details der zunächst geplanten Sanierung sowie deren Kosten dargelegt und Fragen der Ausschussmitglieder beantwortet.