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Beigeordneten-Wahl gerät zum Glücksspiel

Beigeordneten-Wahl gerät zum Glücksspiel

Die Pattsituation im Rat der Verbandsgemeinde Kelberg kann für ein Novum sorgen: Aller Voraussicht nach werden bei der heutigen Sitzung die vakanten Beigeordneten-Posten per Losentscheid besetzt werden müssen.

Kelberg. Mehr als zwei Monate war Zeit für die Fraktionen im Rat der Verbandsgemeinde Kelberg, sich zu überlegen, wie im zweiten Anlauf die vakanten Posten des zweiten und dritten Beigeordneten besetzt werden. Aber offenbar war doch nicht Zeit genug, denn an der Pattsituation wie bei der konstituierenden Sitzung hat sich nach TV-Recherchen nichts geändert.

Weiterhin stehen sich die Blöcke CDU/FWG mit elf Sitzen und SPD/Unabhängige/FDP/Grüne mit ebenfalls elf Sitzen gegenüber. Bei der ersten Sitzung der neuen Wahlperiode Anfang Juli hatte es bei der Wahl des ersten Beigeordneten noch für eine Mehrheit von CDU-Mann Werner Rätz (zwölf von 22 Ratsmitgliedern stimmten für ihn) gereicht, aber die Wahl des zweiten Beigeordneten gestaltete sich zur Hängepartie.

Der von der FWG vorgeschlagene einzige Bewerber Erich Mohrs bekam weder im ersten noch im zweiten Wahlgang eine Mehrheit. Da keine Änderung an der Situation zu erwarten war, beantragte CDU-Fraktionssprecher Heinrich Braun, die Wahlen des zweiten und des dritten Beigeordneten zu vertagen.

Braun geht nicht davon aus, dass sich bei der heutigen Sitzung neue Konstellationen ergeben könnten: "Die Fronten haben sich gegenüber der Juli-Sitzung nicht verändert." Das CDU-FWG-Bündnis wird wieder Erich Mohrs als Kandidaten für den zweiten Beigeordneten zur Wahl stellen.

Heute bekommt er allerdings Konkurrenz: "Wir werden Bruno Willems aus Uersfeld als Gegenkandidaten vorschlagen", kündigt Walter Eich, Sprecher der Unabhängigen-Fraktion, an. Seine Prognose für das Wahlergebnis: "Die Standpunkte sind klar, die FWG beharrt auf den Beigeordnetenposten, daran ist offenbar nichts zu ändern. Deshalb gehe ich davon aus, dass es wieder elf zu elf ausgehen wird."

Passiert das drei Mal, könnte es ein Novum für den VG-Rat geben: Das Los entscheidet, wer Beigeordneter wird (siehe Extra). Das wäre Neuland auch für einen erfahrenen Kommunalpolitiker wie Heinrich Braun: "So etwas habe ich in 40 Jahren in dem Metier noch nicht erlebt."

Über den weiteren Verlauf kann spekuliert werden: Wird der Posten des zweiten Beigeordneten mit dem FWG-Kandidaten besetzt, wird die SPD das frühere VG-Ratsmitglied Berthold Engelhardt (Uersfeld) als dritten Beigeordneten vorschlagen, eine Gegenkandidatur wird dann nicht erwartet. Wird aber Bruno Willems (Unabhängige) zweiter Beigeordneter, ist nicht auszuschließen, dass Erich Mohrs erneut antritt - dann gegen den SPD-Mann. Extra Losentscheid Bis es zu einem Losentscheid bei der Beigeordnetenwahl kommt, gibt es drei Wahlgänge. Erhält keiner der Kandidaten im ersten und zweiten Wahlgang eine Mehrheit, gibt es eine Stichwahl. Führt auch diese zu gleicher Stimmenzahl, entscheidet das Los, wer gewählt ist. Zettel mit den Namen der Kandidaten kommen in einen Behälter, aus dem Bürgermeister Karl Häfner dann das Los zieht.