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Beim Abschied fließen Tränen

Beim Abschied fließen Tränen

Vor 150 Gästen hat Stephanie Wörrlein, die ein Jahr lang in einem Waisenhaus in Ghana gearbeitet hat, im Gemeindehaus Strotzbüsch von ihren Erfahrungen berichtet.

Strotzbüsch. Der Erwerb eines Fahrrades stand am Anfang des freiwilligen Jahres von Stephanie Wörrlein im Waisenhaus "Teepalig Gbeogo Childrens Home" in Nordghana. Wie wichtig das Zweirad als Transportmittel, etwa für Einkäufe auf dem Markt oder auch für kranke Kinder zum Arzt war, berichtete die 20-Jährige mit einem spannenden Fotovortrag in Strotzbüsch. Denn in diesem Eifeldorf hatte Isabell Hayer vor zwei Jahren einen Förderverein gegründet, der das bereits bestehende Waisenhaus vor der Schließung und so die Kinder vor einem Leben auf der Straße rettete (der TV berichtete).

Mit einem "Akwaaba-Fest" (Akwaaba heißt willkommen) begrüßte der Verein nicht nur Stephanie Wörrlein, sondern auch rund 150 Besucher in der Gemeindehalle. Sie alle wollten wissen, wie ein junges Mädchen nach dem gerade bestandenen Abitur ihr Abenteuer als Helferin in einem afrikanischen Waisenhaus bestanden hat.

Der Applaus am Ende des Vortrags zeigte, dass Stephanie Abenteuer nicht nur bestanden hat. Vielmehr hat die junge Frau, die jetzt ein Medizinstudium in Erlangen beginnt, mit ihrer Arbeit viel für die Förderung der Kinder getan.

Dank des Vereins und der Paten besuchen alle 30 Kinder die Schule. Bei den größeren überwachte Stephanie die Hausaufgaben und motivierte sie in ihrer Freizeit zum Lernen, den lernschwächeren machte sie Mut. "Für die Kleinen war ich schon eine Art Mutterersatz", erzählt Stephanie und verhehlt nicht, dass beim Abschied auch bei ihr die Tränen flossen.

Wichtig war ihr die medizinische Versorgung der Jungen und Mädchen.

Sie erreichte wichtige Impfungen für alle Kinder und konnte einen Arzt gewinnen, der alle regelmäßig untersucht.

Auf das vom Strotzbüscher Verein geförderte Waisenhaus stieß Stephanie bei Internet-Recherchen, und nach einem Treffen mit Isabell Hayer war ihr Entschluss schnell gefasst, ihren Rucksack für Gbeogo zu packen. Stephanies Fazit: Die Eingewöhnung in ein Leben ohne den gewohnten Luxus war nicht leicht, aber der Abschied von den fröhlichen Kindern und den hilfsbereiten Dorfbewohnern viel schwerer. Und: "Ich habe gelernt, dass man in der ganzen Welt Freunde haben kann. Es kommt nicht auf das Land oder die Kultur an, sondern auf die Einstellung der Menschen."

Das Akwaaba-Fest wurde musikalisch vom Chor "Karibu" aus Pantenburg und der Trommelgruppe "Sayole" aus Bruttig-Fankel begleitet.