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Beim Dauner Sprudel geht es weiter

Beim Dauner Sprudel geht es weiter

Gute Nachricht für die Beschäftigten des Dauner Sprudels, für den im Oktober Insolvenz angemeldet worden war: Der Betrieb läuft im Dezember weiter. Um das Traditionsunternehmen zu retten, werden Gespräche mit mehreren Interessenten geführt.

Daun. Wie geht es weiter mit dem Sprudel? Diese Frage beschäftigt viele Dauner, vor allem aber die rund 30 Beschäftigten des Traditionsunternehmens, für das im Oktober Insolvenz angemeldet worden war (der TV berichtete). Am Sonntag läuft das sogenannte Insolvenzgeld, mit dem die Gehälter der Beschäftigten für September, Oktober und November gesichert waren, aus. "Es ist uns noch nicht gelungen, einen dauerhafte Regelung für die Zukunft des Unternehmens zu erreichen", sagt der Insolvenzverwalter, der Dauner Rechtsanwalt Hans-Albrecht Brauer, "aber es wird weiter gearbeitet". Und zwar über den 30. November hinaus, dann unter der Regie des Insolvenzverwalters und mindestens bis Jahresende.
Was bedeutet: Die Löhne für die 32 Mitarbeiter müssen erwirtschaftet werden, eine Unterstützung wie über das Insolvenzgeld gibt es nicht mehr. "Das kriegen wir hin", sagt Brauer.
Er und Geschäftsführer Robert Dogterom haben also einige Wochen zusätzlich, um eine Lösung zur Rettung der Firma zu finden. "Wir sind in Gesprächen mit mehreren ernsthaften Interessenten", berichtet Brauer. Der Geschäftsführer ergänzt: "Es gibt einige interessante Modelle, die nun geprüft werden. Wir freuen uns, dass es nicht nur eine Option, sondern mehrere Vorschläge gibt." Klar ist: Für eine Erfolg versprechende Zukunft muss investiert werden, in "Marketing, Vertrieb und Technik", sagt Brauer. "Mit einem Verkauf allein ist es nicht getan, es muss Geld in die Hand genommen werden. Um die Qualität anbieten zu können, mit der wir erfolgreich sein wollen, braucht es die entsprechenden technischen Voraussetzungen", sagt Dogterom.
Der Betriebsrat und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) begrüßen die Fortführung der Produktion. "Ein Stillstand hätte sich das Unternehmen auch nicht leisten können", sagt Klaus Schu, NGG-Geschäftsführer für die Region Trier. "Die Belegschaft hat bislang voll mitgezogen und wird das weiter tun. Sie steht zu ihrer Firma", sagt Schu. Das habe sie unter Beweis gestellt, in dem sie "das Unternehmen in schwierigen Zeiten am Laufen gehalten hat." In den vergangenen Jahren gab es mehrfach Wechsel in der Geschäftsführung und mehrere Anläufe, den Dauner Sprudel neu zu strukturieren. Im Gegensatz zu anderen Firmen wurde bewusst ausschließlich auf Produkte in Glasflaschen gesetzt. Laut NGG sank der Absatz von einst mehr als 20 Millionen Abfüllungen pro Jahr auf 14 Millionen.sts
Extra

Der Dauner Sprudel ist mit 32 Beschäftigten das kleinste der drei Unternehmen im Kreis Vulkaneifel, die Getränke produzieren: Der Gerolsteiner Brunnen hat rund 750 Mitarbeiter, die Nürburg-Quelle in Dreis-Brück 110. Die Geschichte der Getränkeproduktion in Daun beginnt vor mehr als 100 Jahren. Der Dauner Franz Groß erhielt die Genehmigung, die zahlreichen Quellen im Liesertal wirtschaftlich und industriell zu nutzen. Im Oktober 1900 begann die Firma "Heilquelle Vulkan". 1925 übernahmen die Dauner Familien Hommes, Groß und Schneider die Fabrik, der sie den Namen "Dauner Sprudel" gaben. Von 1979/80 bis 1999 gab es eine Zusammenarbeit mit der Königsbacher Brauerei Koblenz. sts