Beispielhafte Wisber

Der Kuckuck wurde für das Jahr 2008 zum "Vogel des Jahres" erklärt. Doch schon vor langer Zeit waren die "Wisber" (Wiesbaumer) stolz auf "ihren" Kuckuck in ihrem Wald. Als dieser eines Frühjahrs nicht mehr auftauchte, herrschte im Dorf große Trauer.

So beschloss man in Hillesheim, einen neuen Kuckuck zu besorgen, denn dort hatte man zwei dieser Vögel. Ganz Wiesbaum beteiligte sich am Fang, doch vergebens. So kehrten die "Wisber" ohne Kuckuck heim, mussten den Hillesheimern aber vertragsgemäß noch Jahre lang die vereinbarte Menge Hafer ausliefern. Seitdem soll es Menschen im Dorf geben, die die Hillesheimer "zum Kuckuck wünschen".Auch danach haben die Wiesbaumer wiederholt bewiesen, warum sie "die Schildbürger der Eifel" genannt werden und für ihre "Wisber Streech" beziehungsweise "Wisber Sprüng" in die Eifelliteratur eingingen. Ihr Einfallsreichtum und ihre Logik waren unübertroffen. Sagenhaft sind zum Beispiel die Versuche, von einem Fremden gegen gute Kost Eselseier ausbrüten zu lassen oder auf einem Feld Stiere auszusäen. Im Dorf sollen heute noch einige wenige Menschen leben, die das Misslingen dieser Vorhaben nicht nachvollziehen können.Doch inzwischen hat die Aufklärung längst Wiesbaum erfasst. Ja, die Leute scheinen dem übrigen Deutschland sogar ein Stück voraus zu sein. Beispielhaft sind die Maßnahmen und Ergebnisse, die sie der negativen Bevölkerungsentwicklung entgegensetzen. Während in weiten Teilen der Republik lamentiert wird und die Angst vor dem Aussterben ausbricht, handeln die Wiesbaumer auf die bewährteste, einfachste und allernatürlichste Art und Weise: Sie bringen Kinder zur Welt, sorgen für einen "Babyboom".Für diese "Wiesbaumer Streiche" kann sich das Dorf viel mehr als nur einen Kuckuck kaufen, glaubt