Beitrag gegen das Vergessen
Pelm · Anstelle einer üblichen Dorfchronik gibt die Ortsgemeinde Pelm mit einem Autorenteam unter Leitung von Thea Merkelbach im Abstand von ein bis zwei Jahren Bücher aus der Serie "Pelmer Geschichte(n)" heraus. Jetzt wurde der fünfte Band mit vielen Zeitzeugenberichten vorgestellt: "Pelm in Kriegs- und Nachkriegszeiten, 1794 bis 1930".
Pelm. "Möge er doch, der in dieser Nacht wieder unter uns Menschen gekommen ist, uns und allen Völkern bald den Frieden bringen."
Diesen Wunsch schreibt der aus Pelm stammende Soldat Anton von Landenberg am 24. Dezember 1914 nach dem Besuch der Christmette in Thiaucourt/Frankreich in sein Tagebuch. Kurz zuvor war er zum Vizefeldwebel ernannt worden. Mit seinen Worten beginnt der fünfte Band der "Pelmer Geschichte(n)". Und mit ihnen eröffnet auch Redaktionsmitglied Marion Janitschke die Vorstellung des Buchs vor etwa zwei Dutzend Zuhörern.
Anton von Landenbergs Wunsch sollte sich nicht erfüllen. Die Einträge in seinem Kriegstagebuch enden am 31. Dezember 1914, er fällt am 22. Januar 1915. Das Tagebuch ist in Familienbesitz.
Doch nun sind ausgewählte Einträge als Einzelschicksal auf zehn Seiten des neuen Buchs nachzulesen, ergänzt um Fotografien von Aufmärschen, Schützengräben, Massengräbern. Auf den weiteren 165 Seiten stellen die Autoren Thea Merkelbach, Wolfgang Merkelbach, Marion Janitschke und der inzwischen verstorbene Gottfried Keul aus Pelm sowie Peter Schmitz aus Berlingen, Gustav Winter aus Daun-Pützborn und Bernhard Meyer aus Betteldorf die Geschichte vom Beginn der "Franzosenzeit" (1794) bis zum Ende der französischen Besatzung (1930) mit besonderem Bezug zu Pelm dar. Auf akribischer Archivarbeit und - wenn möglich - auf der Befragung von Zeitzeugen beruhen die Kapitel über den Kriegerverein Pelm, das Eisenbahnunglück, das "Negerdorf" genannte Lazarett zwischen Bahnbetriebswerk und Kalkwerk, die Verlustmeldungen aus den Kriegen und andere Ereignisse. "Für euren wichtigen Beitrag gegen das Vergessen kann man euch gar nicht genug danken", sagte Ortsbürgermeister Leo Meeth zu den ehrenamtlich tätigen Autoren und ihren Helfern, darunter Peter Josef Schmitz, der eine Sammlung von Fotografien und Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg zur Verfügung gestellt hatte.
An Thea und Wolfgang Merkelbach gerichtet, erklärte Meeth: "Ihr seid die Initiatoren. Ohne euch gäbe es diese Serie überhaupt nicht." Sie wird fortgesetzt: Die Vorarbeiten für den sechsten Band (Zweiter Weltkrieg) laufen bereits.bb
Extra
Den fünften Band der "Pelmer Geschichte(n)" mit dem Titel "Pelm in Kriegs- und Nachkriegszeiten, 1794 bis 1930" gibt es für 15 Euro in allen Pelmer Geschäften und bei Ortsbürgermeister Leo Meeth sowie bei der Tourist-Information und der Buchhandlung Raabe in Gerolstein. Von den bisherigen Bänden sind noch Restexemplare von "Wald & Flur" (Band 2) und "Sprudel und anderes Wasser" (Band 4) bei Leo Meeth zu haben. "Die Pelmer Mühlen" (Band 1) und "Die Bauern und das liebe Vieh" (Band 3) sind vergriffen. bb