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Benefiz-Klavierabend mit Enrico Noel Czmorek in Daun

Flutkatastrophe : Ein junges Genie am Flügel zeigt im Forum sein Können

Der Rotary Club Daun-Eifel präsentierte ein Benefizkonzert des Pianisten und Komponisten Enrico Noel Czmorek (18). Der Erlös kommt Flutopfern zugute.

Als musikalisch herausfordernd bezeichnete der Rotary-Präsident Dirk Wingenter zur Eröffnung des Abends die ausgewählten Stücke, als ebenso umfangreich wie abwechslungsreich und klug komponiert das Programm. Am Ende sollte er schwärmen: „Was für ein Feuerwerk!“ 

Der Interpret, der den Abend mit klassischer Klaviermusik so meisterhaft gestaltete und der die Musik als „Sprache seines innersten Empfindens“ bezeichnet, war wohl den meisten Besuchern aus bisherigen Auftritten und Solo-Konzerten bereits bekannt. Einer, der die Karriere Enrico Noel Czmoreks von Anfang an mit großem Interesse verfolgt, seit der damals Elfjährige 2014 mit seinen Eltern – beide Berufsmusiker – von Ungarn in die Eifel umsiedelte, ist der Dauner Zahnarzt und Musikliebhaber Roy Coppack.

Rein zufällig habe er den ersten Auftritt Enricos bei einem Weihnachtskonzert der Musikschule „Spiel mit“ von Klaus Behütuns-Steffens erlebt. „Er war so brillant für sein Alter“, erinnert sich Coppack nun im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. „So habe ich ihn als Vorsitzender des Kulturkreises Daun wenige Monate später für die musikalische Umrahmung am Flügel bei der Jahresausstellung in der Kreissparkasse engagiert.“ Es folgten Verpflichtungen durch den Kulturkreis sowie durch weitere ihn fördernde Institutionen und Privatleute, und auch der erste Solo­-Klavierabend des damals 14-jährigen Enrico Noel Czomrek im Forum Daun wurde organisiert. 

„Er ist ein wahrer Virtuose. Er lässt sich Zeit für bestimmte Passagen und beherrscht die schnellsten Takte. Er spielt Stücke genial, die außerordentlich tückisch und schwierig sind“, so skizziert Roy Coppack das Spiel des jungen Pianisten und Komponisten und bringt das aktuelle Benefizkonzert so auf den Punkt: „Es war für mich eines der schönsten Konzerte.“ Auch weil Enrico mit „Pathétique“ und „Mondschein“ zwei sehr bekannte Sonaten Beet­hovens ausgewählt und dabei eine erstaunliche Reife an den Tag gelegt habe.

Was außerdem bemerkenswert ist: Enrico Noel Czmorek spielt immer ohne Noten. Das bedeutete für das Benefizkonzert, dass er neun Stücke, davon zwei dreisätzige, und die beiden Zugaben auswendig darbot – die erwähnten Sonaten und die filigranen Stücke von Chopin (Ballade Nr. 2) und Debussy (Valse Romantique), auch Prokofievs sogenannte Kriegssonate (Sonate Nr. 7) und Ravels bildhaft-musikalische Beschreibung von Wasserspielen (Jeux d’eau).

Mehr als 3000 Euro kamen nach Auskunft von Rotary-Präsident Wingenter durch den Kartenverkauf und Spenden zusammen. Das Geld fließt wie die bereits verteilte Summe von annähernd 300 000 Euro aus Stiftungsmitteln und Spenden an Menschen, die von der Flut­katastrophe im Landkreis Vulkaneifel und an der Ahr betroffen sind (der TV berichtete).