Beratung statt Bargeld
Im Kreis Vulkaneifel ist die Verbandsgemeinde (VG) Daun mit ihrem Förderprogramm für den Abriss alter Häuser Vorreiter. In den anderen VGn ist man noch nicht so weit. Einerseits wird ebenfalls Handlungsbedarf gesehen, andererseits fehlt das Geld.
VG Hillesheim: Laut Bügermeisterin Heike Bohn bestehen aktuelle keine konkreten Planungen, Prämien für Häuserabrisse bereitszustellen. Die Verwaltung und auch viele Ortsbürgermeister sehen zwar durchaus Handlungsbedarf.
In den Haushalten der VG und vieler Ortsgemeinden sei für freiwillige Aufgaben aber "nur wenig bis gar kein Spielraum vorhanden". Bohn weiter: "Und nicht zuletzt haben wir uns in den letzten Jahren sehr intensiv mit Fusionsverhandlungen beschäftigt, so dass vieles, dass für die Zukunft richtig und wichtig ist, erst einmal geschoben wurde."
VG Gerolstein: Die Verbandsgemeinde Gerolstein hat im Rahmen des DIE-Projektes (Dorfinnenentwicklung) die Richtlinien für ein kommunales Abrissprogramm mit erarbeitet. Bürgermeister Matthias Pauly (CDU) sagte: "Über die Auflegung eines kommunalen Abrissprogramms der Verbandsgemeinde Gerolstein haben die zuständigen Gremien noch zu beraten und zu entscheiden."
Laut Verwaltung nehmen die Leerstände in den Dörfern des Gerolsteiner Landes seit einigen Jahren zu. Erfreulich sei in diesem Zusammenhang, dass zunehmend junge Leute frei werdende Objekte erwerben. Nach wie vor sei auch die Nachfrage zum Beispiel niederländischer Interessenten sehr groß.
VG Obere Kyll: "Wir können nur beratend helfen", sagt Bürgermeisterin Diane Schmitz (parteilos) mit Verweis darauf, dass es sich bei der Abrissförderung um eine freiwillige Ausgabe handelt und VG und die Dörfer verschuldet sind.
Schmitz sagt aber auch: "Bei der Aufstellung des Flächennutzungsplanes 2020 mit dem Titel "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" haben wir sehr akribisch die demografische Entwicklung und auch die Leerstandsproblematik abgearbeitet. Neuausweisungen von Bauflächen waren nur aufgrund der umfangreichen Recherchen da möglich, wo die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung dies zugelassen hatte. Aktuell werden bei uns Neuausweisungen von Grundstücksflächen in den Ortsgemeinden nur berücksichtigt, wenn gleichzeitig die Flächen an anderer Stelle eingespart werden - im Klartext: Es gibt keine zusätzlichen Neuausweisungen mehr."
VG Kelberg: Bürgermeister Karl Häfner sagt: "Die Ergebnisse der Untersuchungen im Rahmen des Projekts DIE - Dorfinnenentwicklung in den Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kelberg und Ulmen - wird derzeit in unseren Ortsgemeinderäten präsentiert und diskutiert. Im nächsten Jahr werden wir mit den Ortsbürgermeistern das weitere Vorgehen besprechen." mh