Kommunalpolitik: Bereits um 17 Uhr ist heute die konstituierende Sitzung des Stadtrats von Gerolstein.

Kommunalpolitik : Bereits um 17 Uhr ist heute die konstituierende Sitzung des Stadtrats von Gerolstein.

Heute kommt der Stadtrat von Gerolstein unter Vorsitz des neuen Stadtbürgermeisters Uwe Schneider (SPD) erstmals zusammen. Die Beigeordnetenwahl ist Gradmesser fürs künftige Miteinander.

Kaum ist die Wahl des Stadtbürgermeister rum – bei den einen ist der Brummschädel nach der Jubelfeier wieder klar, bei den anderen der Kater ob der heftigen Schlappe so langsam verflogen – wird sich wieder sortiert. Denn: Am heutigen Donnerstag (ab 17 Uhr im Rathaus) trifft sich der neue Stadtrat von Gerolstein samt des designierten neuen Stadtbürgermeisters Uwe Schneider (SPD) zu seiner konstituierenden und öffentlichen Sitzung.

Die ebenfalls vorgesehene Wahl der drei ehrenamtlichen Beigeordneten gilt dabei als Gradmesser der künftigen Zusammenarbeit der Fraktionen sowie des Stadtbürgermeisters und der Fraktionen.

Daher sagt der designierte Stadtbürgermeister Uwe Schneider: „Bei der Beigeordnetenfrage sollte sich der Wählerwille widerspiegeln und es keine Hinterzimmer-Abprachen geben: also Nummer eins für die CDU, Nummer zwei für die SPD und Nummer drei für die UWG. Das wäre ein gutes Signal für die künftige Zusammenarbeit im neuen Stadtrat.“

Der CDU, die neun (bisher zehn) von 24 Sitzen innehat und damit weiterhin stärkste Fraktion im Rat ist, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Und so sagt Gotthard Lenzen, Vorsitzender der Gerolsteiner CDU: „Natürlich haben wir den Anspruch, den Ersten Beigeordneten zu stellen. Und das werden wir auch!“ Einen Namen will er vor der Sitzung aber noch nicht nennen. Bei der Frage nach dem künftigen Fraktionsvorsitz hingegen gibt er sich offener: „Das werde ich machen, Volker Simon wird Stellvertreter.“

Mit dem Wahlergebnis für die CDU  ist Lenzen „voll zufrieden“, auch wenn ein Sitz eingebüßt wurde. Aber das sei angesichts der massiven Einbrüche landauf, landab akzeptabel.

Angesprochen auf die deutlich verlorene Stadtbürgermeisterwahl meint der Parteichef: „Am Wahlabend war es schon sehr bitter, ein Schock für uns alle.“ ob es ein Fehler gewesen sei, angesichts der vorgenommenen massiven Verjüngung der Partei dennoch auf den betagten Amtsinhaber zu setzen? „Es gab keinen anderen Kandidaten, und wir wollten als CDU nicht ohne Bewerber in die Wahl gehen“, sagt Lenzen.

Für Friedhelm Bongartz, den die Partei im Wahlkampf massiv unterstützt habe, tue es ihm leid. Aber er denke, dass er es inzwischen gut verkraftet habe. Lenzen: „Ich habe von Friedhelm Bongartz ein Schreiben erhalten, in dem er mitteilt, dass er seine Mandate im Stadt- und auch im Verbandsgemeinderat zurückgeben wird. Das hat er mir in einem Gespräch auch noch mal bestätigt.“

Welche Koalitionen sich im künftigen Stadtrat (CDU: 9 Sitze, SPD: 6 Sitze, Grüne: 4 Sitze, UWG: 4 Sitze, FDP: 1 Sitz) auftun werden, sei noch nicht klar („Da werden noch Gespräche geführt.“). Eines aber ist für Lenzen klar: „Wir wollen und werden die Projekte mit deutlich mehr Tempo durchziehen.“

Er habe keine Lust, sich acht Sitzungen lang mit ein- und demselben Thema zu befassen. Irgendwann nach den Diskussionen müsse abgestimmt und sich um eine rasche Umsetzung bemüht werden. Lenzen, selbst Oberbauleiter bei einer Firma in Luxemburg, sagt: „Wenn dann mal eine Abstimmung mit 13 zu zwölf ausgeht, ist das ebenso. Dann muss man das demokratische Votum akzeptieren und sich an die Arbeit machen.“

Und wie er sich die Zusammenarbeit mit SPD-Stadtbürgermeister Uwe Schneider vorstelle? „Ich kenne ihn persönlich ja sehr gut, er ist ja auch ein netter Kerl.“ Angesichts ihrer unterschiedlichen beruflichen Hintergründe („Ich Bauleiter bei einer Privatfirma, er Beamter im öffentlichen Dienst.“) ist er aber dennoch „sehr gespannt auf die Zusammenarbeit“.

Enttäuschung bei der CDU: Ortsverbandsvorsitzender Gotthard Lenzen gibt per Telefon die schlechte Nachricht von der verlorenen Wahl durch, während der abgewählte Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz regungslos danebensteht – wie andere CDU-Anhänger auch. Foto: TV/Mario Hübner

Uwe Schneider denkt, dass die Zusammenarbeit „auf jeden Fall gut“ wird. Dafür müsse aber „mehr miteinander geredet“ werden. Gleiches gilt laut Schneider für die Zusammenarbeit zwischen Stadt(spitze) und Verwaltung: „Die muss auf jeden Fall besser werden.“ Für die künftige Arbeit im Rat gibt er vor: „Es muss strukturierter vorangehen, Projekt für Projekt.“

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