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Bernd Koch ist als Hufschmied und in der Region gefragt

Handwerk : Der Herr der Hufe

Der Steineberger Bernd Koch ist als Hufschmied in der Region ein gefragter Mann.

Im Fernsehen war er schon mehrfach zu sehen, als jemand, der ein seltenes Handwerk ausübt: Bernd Koch ist Hufbeschlagslehrschmied und im Umkreis von vielen Kilometern rund um seinen Wohnort Steineberg ein gefragter Mann. Durch seine eigenen Pferde kam der Wunsch und die Motivation, 1997 eine Lehre zu beginnen. 2018 bestand er die Prüfung zum Hufbeschlagslehrschmied.

Der Titel „Hufbeschlagsmeister“ gehört der Vergangenheit an, da dieser Beruf seit 2006 nicht mehr in der Handwerkskammer eingetragen ist. „Heute werden in Deutschland jährlich etwa 80 Hufbeschlagsschmiede ausgebildet, 40 zu wenig“, bedauert der Steineberger.

Da er am Arbeitsplatz größere Werkzeuge  wie scharfe Hufmesser, eine große Hufschneidezange, eine Raspel und einen Hufhammer benötigt, hat er dafür einen eigens eingerichteten Bus, ausgestattet mit einem schweren Amboss und einem gasbetriebenen Schmiedefeuer. Außerdem noch viele weitere Werkzeuge und natürlich vieleHufeisen  unterschiedlicher Größe.

Neben dem klassischen Hufeisen kommen heute auch Kunststoffe, Verbundmaterial oder gar Hufschuhe zum Einsatz. Das ist alles nötig, um die Hufe des Pferdes optimal und individuell zu versorgen. Wichtig ist die Beurteilung des Tiers, danach wird ein Beschlagplan erstellt.

Die alten Hufeisen werden abgenommen, die Hufe werden bearbeitet und gekürzt. Dann wird das Eisen so geschmiedet, dass es auf diesen Huf genau passt. Wenn alles richtig fertiggestellt ist, wird sich der „Patient“ danach in allen Gangarten sicher bewegen können.

Für einen Rundumbeschlag benötigt der Schmied eineinhalb Stunden. Die Beschlags-Intervalle sind bei jedem Tier fast gleich, denn die Hufe müssen in Zeitabständen von sechs bis neun Wochen gekürzt werden.

„Die Hufeisen beziehe ich aus dem Großhandel in verschiedenen Größen, wobei anpassende Arbeiten oder Sonderanfertigungen in Handarbeit hergestellt werden. Man denke an Esel, ein eigenes Volk, bei dem man fertige Eisen nicht einsetzen kann“, sagt der 50-Jährige.

Der Beruf ist körperlich anstrengend und nicht ganz ungefährlich. Denn beim Beschlagen ist es schon zu Unfällen gekommen, und Koch hatte bereits Rippenbrüche. „Aber insgesamt verbringt man schöne Stunden bei der Arbeit, freut sich über gut gelaunte Pferdebesitzer und schmerzfreie Pferde, ein naturverbundener Job“, sagt Koch. Seine Frau Sabine (50) ist bei ihm angestellt und betreut Kundschaft und Telefon. Beide kümmern sich auch um ihre eigenen sechs Pferde.

Einen großen Wunsch hat Koch: „Die Nachwuchsprobleme müssen behoben werden. Man muss junge Leute finden, die sich gern mit Pferden beschäftigen und eine außergewöhnliche Lehre machen möchten.“