Bernd May kandidiert erneut als Stadtbürgermeister von Gerolstein

Kommunalpolitik : Bereit zum neuen Aufschlag

Bernd May, von 2010 bis 2014 Stadtbürgermeister von Gerolstein, kandidiert erneut als unabhängiger Bewerber um das Spitzenamt in der Brunnenstadt. Der passionierte Tennisspieler und Karnevalist beklagt einen Stillstand in der Stadt.

Er will es wieder wissen: Bernd May, von 2010 bis 2014 Stadtbürgermeister von Gerolstein, kandidiert erneut um das Spitzenamt in der Brunnenstadt. Der 59-Jährige, der in dieser Legislaturperiode für die SPD im Verbandsgemeinderat Gerolstein sitzt, tritt als unabhängiger Bewerber an. Er sagt: „In den vergangenen fünf Jahren ist wenig zu Ende gebracht worden und auch so gut wie nichts Neues passiert. Es lag zwar viel auf dem Tisch, die Dinge sind aber mit zu wenig Nachdruck behandelt worden. Man könnte auch sagen: Die Stadt hat sich verzettelt.“ Auch wenn er es nicht ausspricht, ist klar, wen er dafür vor allem verantwortlich macht: Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU). Der hatte ihm vor fünf Jahren seine Wiederwahl vermiest.

May zählt auf: „Der Kyll-Umbau am Rathaus war schon zu meiner Amtszeit so gut wie fertiggestellt, beim Brunnengelände waren wir weit fortgeschritten, auf jeden Fall weiter als heute, denn wir haben noch mit dem Brunnen geredet, der Umbau der Bahnstation hat immer noch nicht begonnen, und auch bei den Projekten Stausee Müllenborn, Drahtfabrik und Umbau des Peschenbachs hat sich noch nichts getan.“

Während seiner Amtszeit hingegen seien etliche Projekte realisiert worden wie der Friedwald auf dem Waldfriedhof, der Ausbau der Hauptstraße und allen voran der Bau der Kita Kleine Helden. Das sei das einzige Vorhaben in öffentlicht-privater Partnerschaft weit und breit. May und der Gerolsteiner Büroleiter Hans-Josef Hunz hätten das seiner Zeit maßgeblich gestemmt. So sagt May noch immer stolz: „Wir haben mit 3,9 Millionen Euro kalkuliert und diese eingehalten und sind auch zeitlich im Rahmen geblieben. Wann gelingt so etwas schon einmal bei einem öffentlichen Gebäude?“

Für den Fall, dass er gewählt wird, will er drei Themen rasch anpacken: den Umbau des Bahnhofs, den Kyll-Umbau am Bahnhof sowie die Bebauung des Brunnengeländes. May sagt: „Der Bahnhofsumbau hat dabei oberste Priorität. Man muss bei der Bahn auf die Einhaltung der Termine pochen und das Ganze mit viel mehr Nachdruck betreiben.“ Zum Stillstand beim Brunnengelände meint er: „Es ist eine Schande, dass es so auf die lange Bank geschoben wurde. Ich denke, es ist so weit gekommen, weil es Strömungen in Stadt und Stadtrat gab, die gegen eine dortige Gewerbeansiedlung waren, weil man sich in der Innenstadt vor Konkurrenz fürchtete.“ Er selbst sieht das anders: „Wenn dort etwas Attraktives angesiedelt wird, gehen die Leute auch in die Stadt. Es geht darum, das miteinander zu verbinden. Dann wird es Synergieeffekte geben.“

Sympathie sei ihm vielfach bekundet worden, als die ersten Gerüchte um seine Kandidatur durchgesickert seien. „Viele finden es gut, dass ich antrete, vor allem wegen meiner fachlichen Kompetenz“, sagt May und fügt hinzu: „Vier Jahre May, fünf Jahre danach: Da können die Leute ja jetzt vergleichen.“

Er jedenfalls stehe als Stadtbürgermeister allein dafür, die Interessen der Stadt zu vertreten, wenn es sein muss, auch gegen den Rathauschef“, spielt er auf sein angespanntes Verhältnis zum ehemaligen Bürgermeister Matthias Pauly an. Den Wechsel an der Spitze der VG, wo inzwischen der parteilose Hans Peter Böffgen das Sagen hat, „befürworte ich natürlich“, sagt der 59-Jährige.

Apropos Interessen: In der Vergangenheit ist dem selbstständigen Immobilienmakler (und inzwischen auch Bauberater und Immobiliengutachter) mehrfach vorgeworfen worden, seine beruflichen Interessen mit denen des Stadtbürgermeisters nicht sauber voneinander getrennt zu haben.

Dazu sagt er: „Alle diese Angriffe waren haltlos. Natürlich werde ich es künftig auch so halten, dass ich aus allen Themen als Stadtbürgermeister raus bin, mit denen ich beruflich zu tun habe. Aber ich werde mit Sicherheit nicht das Thema Bauen komplett abgeben, denn ich denke, dass ich als Experte der Stadt dadurch weiterhelfen und Geld sparen kann.“

Momentan legt May aber den Fokus auf ein anderes Thema: den Karneval, eine seiner großen Leidenschaften. „Diese Session ist was ganz Besonderes, weil ich Prinzessinnenführer meiner Tochter Carina bin. Genau 25 Jahre, nachdem ich selbst Prinz in Gerolstein war.“

Seine zweite große Leidenschaft ist Tennis. May ist nicht nur Vorsitzender des 160 Mitglieder starken Tennisclubs Gerolstein, in dem auch knapp 60 Kinder und Jugendliche trainiert werden, sondern eben auch noch aktiver Spieler. Und so  nimmt er auch den anstehenden Wahlkampf sportlich. Er sagt: „Ich gehe aufs Feld, um zu gewinnen.“

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