Berthold Becker wandert gerne und viel

Berthold Becker wandert gerne und viel

"Ich bin noch immer fasziniert, wenn ich eine knorrige Eiche sehe", sagt Berthold Becker (74). Die Standhaftigkeit, die durch die Eichen symbolisiert wird, zeichnen auch den 74-Jährigen aus, der seit 40 Jahren Wanderführer im Eifelverein ist.

Hillesheim. Berthold Becker (74) wandert gerne und viel. Und seit nunmehr 40 Jahren begleitet er auch Gleichgesinnte auf den Pfaden durch die Eifel. Unter der Obhut von Wanderwart Herbert Wagner lernte er schnell die vom Eifelverein ausgewiesenen Wege kennen.
Zusätzlich nahm er an den vom Hauptverein angebotenen mehrtägigen Wanderführerlehrgängen im Eifelhaus Kronenburg und im Landschulheim Müllenborn teil und war als Ausbilder für die Arbeit mit Karten und Kompass zuständig. "Meine Biologiekenntnisse stammen von zu Hause und vom Kundigmachen bei der Ausarbeitung und dem vorherigen Abgehen der Strecke", erklärt Becker. Die gewanderten Kilometer unter seiner Leitung kann er nicht beziffern, jedoch schätzt er die geführten Wanderungen in den vier Jahrzehnten auf über 250. Geboren in Rockeskyll als Sohn des Dorfschullehrers, lernte er die Tier- und Pflanzenwelt seiner näheren Heimat recht früh kennen. Den Rockeskyller Kopf bezeichnet er als seinen Hausvulkan und erklärte unzählige Male in späteren Jahren interessierten Besuchern seine Entstehung.
Nach Beendigung des Studiums zum Mathematik- und Geografielehrer und der 1968 erfolgten Versetzung an die Realschule nach Hillesheim trat er 1971 dem Eifelverein bei. 1979 ließ er sich zum Wanderwart wählen. Seit 1998 ist er nach Abdankung seines Vorgängers Franz Rudolf Kloep Vorsitzender der Ortsgruppe. Um fachmännisch ausgebildetes Personal für Exkursionen anbieten zu können, nahm Becker mit vier aus der VG Hillesheim tätigen Wanderführern über zwei Jahre an geologischen Seminaren teil. Seine Venn-Wanderungen und Ausflüge zur Narzissen- und Orchideenblüte locken stets viele Naturfreunde an.
Für Teile des 2009 eingeweihten Eifelsteiges übernahm der Vorsitzende mit Abstimmung der Gemeinde die Streckenführung. Als Anerkennung für seine aufwendige und stets einsatzfreudig geleistete Arbeit für Natur und Umwelt sowie für die Mitarbeit bei den Wanderführerlehrgängen und Mithilfe bei der Erstellung von Wanderkarten verlieh ihm der Hauptverein die Grüne-, Silberne- und Goldene Verdienstnadel. In der Bezirksgruppe Vulkaneifel bekleidet Becker seit Jahren den Posten des Wanderwartes. Und noch immer ist die Eiche sein Lieblingsbaum, der als nachwachsender Rohstoff unersetzbare Ressourcen aufweist und eben knorrig sein muss.