Besitzer kann Zwangsversteigerung der Burg Lissingen vorerst stoppen

Besitzer kann Zwangsversteigerung der Burg Lissingen vorerst stoppen

Die Unterburg Lissingen, die am Donnerstag vor dem Amtsgericht Daun zur Zwangsversteigerung anstand, bleibt vorerst im Eigentum von Karl Grommes. Grund dafür ist, dass der 72-jährige Burgherr aus Koblenz in der Nacht vor dem Termin per Fax einen Antrag auf Vollstreckungsaussetzung gestellt hat.

Über den will das Gericht erst beschließen und dann in zwei Wochen über die Zuschläge entscheiden. Denn: Hans-Christian Engels, Eigentümer der Oberburg in Lissingen, hat zwei Gebote abgegeben. Eines über 20.000 Euro für den Torbogen vor der Oberburg sowie ein angrenzendes Wohnhaus, die beide ebenfalls Grommes gehören, und 100.000 Euro für die Unterburg samt angrenzenden Grundstücken von rund 40000 Quadratmetern.

Ob Engel den Zuschlag bekommt, ist aber noch ungewiss: Erstens hat Grommes nun noch zwei Wochen Zeit, die 300.000 Euro zurückzuzahlen, die er nach eigenen Angaben der Kreissparkasse Vulkaneifel schuldet, und die der materielle Grund für die Zwangsversteigerung sind. Für diesen Fall hatte die Bank als maßgebliche Gläubigerin angekündigt, die Zwangsversteigerung aufzuheben.

Zweitens liegt das Gebot von Engels für die Burg unter der Hälfte des Verkehrswertes des historischen Ensembles, den ein Gutachter auf knapp 850.000 Euro festgesetzt hat. Wegen einer Schuldnerschutzklausel muss das Gericht aber alle Gebote zurückweisen, die unterhalb der 50-Prozent-Grenze liegen. Beim zweiten Zwangsversteigerungstermin gilt diese Hürde nicht mehr.

Die Vertreter der KSK hatten angekündigt, beide Gebote zu akzeptieren. Auch verlangten sie von Engels während des Gerichtstermins keine Sicherheiten.

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