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Besonderes Projekt für Daun: von der Brotfabrik zur Junior Uni

Stadtentwicklung : Dauner Junior-Uni-Projekt geht in Bauphase

Spatenstich erledigt, die Bagger für den Baustart stehen schon bereit: In Daun ensteht eine von der Lepper-Stiftung finanzierte Lehr- und Forschungseinrichtung. Das erste Gebäude soll im Herbst nächsten Jahres in Betrieb genommen werden.

Die besondere „Berliner Luft“, die einst über der Kreisstadt lag, als dort im Alten Weg noch das beliebte Gebäck produziert wurde, erinnert sich mancher noch gut. In der heißen Phase der fünften Jahreszeit wurden dort täglich gut eine halbe Million Berliner produziert – ein längst abgeschlossenes Kapitel der Stadtgeschichte ist. Mehr als 60 Jahre kamen Backwaren aus Daun, bis im Februar 2015 im Zug einer Insolvenz die Produktion aller Erzeugnisse eingestellt wurde und 84 Beschäftigte ihre Arbeit verloren.

2019 wurde das gut 10 000 Quadratmeter große, direkt an der Dauner Umgehungsstraße gelegene Areal an die Eifelion GmbH verkauft, die zur Firmengruppe des Dauner Unternehmers Peter Lepper gehört. Und im vergangenen Jahr wurde bekannt gemacht, was auf dem Grundstück passiert: Es wird Standort der sogenannten Junior Uni Daun. Dahinter verbirgt sich eine Lehr- und Forschungseinrichtung für Menschen zwischen vier und 20 Jahren, die – ohne Notendruck und unabhängig von Sozial- und Bildungshintergrund –  vor allem in den Fachbereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT), aber auch in den Gebieten Kunst und Kultur (Musik, Tanz, Theater) lernen und forschen können. Platz ist auch für eine Duales-Studium-Hochschule, deren Schwerpunkt ebenfalls in Richtung  MINT-Fachbereiche gehen soll.

Mittlerweile liegen alle Genehmigungen vor und der symoblische Spatenstich für das Millionenprojekt ist vollzogen. Ursprünglich sollte in Daun eine Kopie der Junor Uni  in Wuppertal werden, wird nun aber laut Peter Lepper „eine Nummer größer“ als das Vorbild in Nordhein-Westfalen. Genauer gesagt: doppelt so groß. Fünf Gebäude sollen auf dem ehemaligen Fabrikareal entstehen – zwei zweistöckige, ein dreistöckiges, ein vierstöckiges und ein siebenstöckiges. Zunächst entsteht das Hauptgebäude mit einer farbenfrohen Fassade, mit dessen Bau voraussichtlich nächste Woche begonnen wird. Die Nebengebäude entstehen in weiteren Abschnitten.

2018 hatten Peter und Doris G. Lepper die Junior Uni in Wuppertal besucht und waren so begeistert, dass sie beschlossen, so etwas auch in ihrer Eifeler Heimat zu realisieren. Nun ist es soweit, den Startschuss für den Baubeginn bezeichnete der Unternehmer als „großen Tag“.  Die große Bedeutung für die Stadt und die Region hoben auch Julia Gieseking, Landrätin des Kreis Vulkaneifel, und Dauns Stadtbürgermeister Friedhelm Marder hervor. Gewürdigt wurde auch die gute und vor allem zügige Zusammenarbeit zwischen Behörden und dem Projektträger, der Lepper-Stiftung. Marder: „In diesem Fall ist hat sich der Amtsschimmel zum Rennpferd entwickelt.“

Die Gesamtkosten für das Vorhaben werden zu 100 Prozent von der Lepper-Stiftung finanziert. Sie wurden bislang auf etwa zehn bis zwölf Millionen Euro geschätzt, aber angesichts der Kostenentwicklung auf dem Bausektor geht Projejktleiter Tyrone Winbush, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Lepper-Stiftung, von einer höheren Summe aus. Was den Zeitplan angeht: Nächste Woche wird mit dem Rohbau des Hauptgebäudes begonnen, es soll im Herbst 2022 (Oktober/November) in Betrieb aufgenommen werden.