Besorgte Helfer
Viele Helferinnen bei DRK-Blutspendeterminen sind schon seit Jahrzehnten dabei. Dringend wird Nachwuchs gesucht. In Gerolstein kommen überdurchschnittlich viele Spender zu den Terminen. Der Kreisverband belegt Platz vier im DRK-Bezirk West, zu dem Rheinland-Pfalz und das Saarland gehören.
Gerolstein. (vog) Alles ist perfekt hergerichtet, wenn die ersten Blutspender kommen. Agnes Mertes organisiert den Einkauf. Die 86-Jährige kümmert sich seit 1952 bei den Blutspende-Terminen um die Verpflegung. Sie zählt auf: "300 Brötchen, Wurst, Käse, alles für die Garnituren sowie für jeden eine Tafel Schokolade und eine Prinzenrolle." Alkoholisches steht nicht mehr auf der Liste. Lächelnd schaut die "Grande Dame des Gerolsteiner DRK" (sie ist seit 1939 aktives Mitglied) zurück: "Früher gab es für jeden Spender noch einen Cognac." Zwei Stunden vor dem Start beginnt die Helferriege mit den Vorbereitungen. Anita Kail ist seit 31 Jahren dabei. Die 74-Jährige sagt: "Dann wird der Saal vorbereitet, der Kaffee gekocht, und die Brötchen werden geschmiert." Jeder Handgriff sitzt bei dem eingespielten Team. Hildegard Mehling meint: "Die Zusammenarbeit klappt super, und es ist immer lustig." Hedwig Reis (60 Jahre) sagt: "Ich mache es, bis ich umfalle." Trotzdem brauche das Team dringend jüngeren Nachwuchs. Mehling hat Petra Blumberg zur Mitarbeit angespornt. Die 38-Jährige sagt: "Es macht Spaß." Ebenso wie den anderen Helferinnen steht das ehrenamtliche Engagement im Vordergrund. Mertes sagt: "Ich tue es aus Liebe zum Nächsten, egal aus welcher Nation." Marlies Bales (73 Jahre) ist vor sechs Jahren eingesprungen und "dann selbstverständlich dabei geblieben". Als einziger Mann ist Rolf Seng dabei. Der 77-Jährige wird liebevoll von den Damen "Spülmeister" genannt. Schmunzelnd sagt Seng: "Jedes Rädchen im System braucht einen Namen." Für ihn ist die Mithilfe wichtig, weil Blutspenden lebensrettend sein können. Er sagt: "Es passieren so viele grausame Unfälle auf den Straßen."Einige Zahlen aus der Blutspendestatistik 2006: Im DRK-Blutspendebezirk West (Rheinland-Pfalz und Saarland) gehen durchschnittlich 4,73 Prozent der Einwohner zur Blutspende. Die Liste der Kreisverbände führt Cochen-Zell (14,85 Prozent) vor Birkenfeld (13,55), Bitburg-Prüm (11,84) und Daun (9,78) an. Beim Viertplatzierten Dauner Kreisverband kommen durchschnittlich 101 Blutspender pro Termin. Mit 179 Spendern pro Termin liegen die Ortsverbände Gerolstein und Daun an der Spitze.