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Besseres Verständnis für die Landwirtschaft

Besseres Verständnis für die Landwirtschaft

Seit 2004 gibt es den Zusammenschluss junger Landwirte im Kreis Vulkaneifel. Die Landjugend geht mit den sogenannten Feldabenden an die Öffentlichkeit, um den Berufsstand bekannter zu machen und dabei spezielle Themen aufzugreifen.

Steineberg. Auch wenn die Zeiten für die Bauern momentan nicht rosig sind: Der landwirtschaftliche Nachwuchs im Kreis Vulkaneifel lässt sich trotz der schlechten Nachrichten - Stichwort Preisverfall - in seinem Engagement nicht bremsen. In der Öffentlichkeit präsentiert sich die Landjugend (siehe Extra) beispielsweise mit den sogenannten Feldabenden, wie zuletzt auf dem Berghof in Steineberg. Diesmal ging es um die weißen Siloballen aus Kunststoff, die nicht von jedem gerne gesehen werden. Denn wenn sie nicht umweltgerecht entsorgt werden, können sie die Landschaft verschandeln. Doch für die Landwirte sind sie ein Muss, denn nur so können sie das Futter für die Kühe effizient lagern und einteilen. Diese Arbeitserleichterung ist nicht ganz billig: Das Pressen und Wickeln eines Siloballen durch einen Lohnunternehmer kostet den Bauer 14 Euro. Der Kauf einer solchen Maschine, bringt einige Landwirte an ihre finanziellen Grenzen. "Es wird dahin gehen, dass einzelne Lohnunternehmer sich die teure Technik anschaffen werden und zur Verfügung stellen und die Milchviehbetriebe sich auf ihre Arbeit konzentrieren. Man muss sich spezialisieren", sagt Sebastian Reif, seit 2009 Vorsitzender der Landjugend. Der Verein will mit seinen Feldabenden - bei denen bereits die Themen Bodenbearbeitung und bodennahe Gülleausbringung behandelt wurden - einerseits Landwirte über Technik informieren, andererseits aber auch dem Verbraucher die Landwirtschaft näher bringen. "Wir wollen unseren Berufsstand vertreten, die Landwirtschaft positiv darstellen und damit aktive Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Dabei sagen wir genau, was wir machen, setzen Schwerpunkte und positionieren uns. Wir werben aber auch beim Verbraucher für ein besseres Verständnis für die Landwirtschaft und wollen ihm unsere moderne Landwirtschaft näher bringen", erklärt Sebastian Reif. Das klappt laut Reif auch, denn er bekommt viele positive Rückmeldungen von Verbrauchern. Er selbst ist bei seinen Eltern auf dem Hof mit 110 Milchkühen mit Nachzucht und 20 Zuchtbullen in Katzwinkel angestellt und wird den Betrieb wohl übernehmen. "Ich bin leidenschaftlicher Landwirt, liebe meinen Beruf und mit Herzblut dabei. Mir macht der Beruf Spaß, weil man viel in der Natur arbeiten kann. Aber es gehört auch viel Verantwortung dazu, man muss viel Standfestigkeit haben", sagt der 25-Jährige.
Die Landjugend Daun hat sich 2004 neu gegründet und hat heute mehr als 100 Mitglieder, Tendenz steigend, wie Reif betont. "Wir sind sehr aktiv und für junge Leute, die beruflich zwar nicht mit der Landwirtschaft verbunden sind, aber trotzdem Interesse an dem grünen Beruf haben, interessant, und die treten uns auch vermehrt bei", freut sich der Vorsitzende. Neben den Feldabenden gibt es über die Wintermonate monatlich eine Betriebsbesichtigung und jährlich veranstaltet die Landjugend eine Tagesfahrt.Extra

Die Landjugend Daun größten Jugendverband im ländlichen Raum, dem Bund der deutschen Landjugend (BdL), dem rund 100 000 junge Menschen zwischen 15 und 35 Jahren angehören. Der BdL wurde am 18. Dezember 1949 in Fredeburg gegründet. HG