Betrieb läuft vorerst weiter

Betrieb läuft vorerst weiter

Für das Hotel "Gillenfelder Hof" ist Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt worden. Der Hotelbetrieb läuft aber ungeachtet dessen weiter, wie der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Manfred Kürsch aus Adenau, und Geschäftsführer Lambert Brunner erklärten.

Gillenfeld. In den ersten Jahren nach der Eröffnung 1998 sorgte das Hotel "Gillenfelder Hof" immer wieder unfreiwillig für Gesprächsstoff durch Querelen vor und hinter den Kulissen des 80-Betten-Hauses. Nach dem Intermezzo 2001, als der damalige Ortsbürgermeister Karl-Josef Roden für kurze Zeit auch als Hotel-Geschäftsführer fungierte, wurde es ruhiger um das Haus, mit dem die Pulvermaargemeinde einige Hoffnung zum Ausbau des Standbeins Fremdenverkehr verknüpfte. Überblick über Situation des Hotels verschaffen

Nun aber liefert das Hotel wieder eine Nachricht: Über das Vermögen der Sport- und Erholungshotel Gillenfelder Hof ist Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Manfred Kürsch (Adenau) bestellt worden. "Ich stehe noch ganz am Anfang meiner Arbeit. Zunächst werde ich mir einen Überblick über die Situation des Hotels verschaffen, bevor ich irgendwelche Prognosen abgeben kann, wie es weitergeht", erklärte Kürsch auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds. Laut vorläufigem Insolvenzverwalter sind derzeit etwas mehr als 20 Mitarbeiter (Voll- und Teilzeit) im Hotel beschäftigt. Der Hotelbetrieb läuft laut Kürsch bis auf weiteres weiter. Ziel sei es, alle Beteiligten - inklusive der Gemeinde - an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam über die Zukunft zu sprechen. Hotel-Geschäftsführer Lambert Brunner stellte im TV-Gespräch klar, dass "das Insolvenzverfahren keinen Einfluss auf das operative Geschäft hat: Hotel, Restaurant und Hallenbad sind ohne Einschränkung weiterhin geöffnet." Brunner hat die Geschäftsführung erst am 1. Juni übernommen und ist sich "der Schwere der Aufgabe durchaus bewusst. Ich weiß, dass ich nun einiges vor mir habe." Die Gillenfelder Ortsbürgermeisterin Heike Hermes wertet es als positiv, dass "der Hotelbetrieb zunächst einmal weiterläuft". Sie hofft, dass nun ein Zeichen gesetzt werden könne für eine positive weitere Entwicklung des Hauses, das unverändert eine "wichtige Säule des Tourismus" für Gillenfeld darstelle. 8,5 Millionen Euro (17 Millionen Mark) wurden bis Ende der 90er-Jahre in das Prestigeprojekt investiert. Den Löwenanteil von 6,5 Millionen Euro steuerte der Unternehmer Günter Stegemann aus Datteln bei, der durch seine Jagdleidenschaft in die Eifel gekommen war. Zwei Millionen Euro betrug der Eigenanteil der Gemeinde, der mit 80 Prozent vom Land bezuschusst wurde. Das frühere Hotel Zur Post wurde integriert, erweitert und firmierte ab der Eröffnung im November 1998 unter dem Namen "Gillenfelder Hof". Eingerichtet wurde auch ein Hallenbad, in Trägerschaft der Gem einde. Zudem haben Gemeindeverwaltung und Touristinformation dort ihren Sitz. Meinung Schwierige Mission Natürlich ist ein drohendes Insolvenzverfahren keine "Kleinigkeit", aber es gibt Beispiele genug, dass Unternehmen gestärkt aus diesem Prozess hervorgehen. Denn ein solches Verfahren kann auch die Chance eröffnen, dass ein sauberer Schnitt gemacht wird und Altlasten, die eine erfolgreiche Zukunft erschweren oder gar unmöglich machen, beseitigt werden können. Auch in der fast zehnjährigen Geschichte des Hotels "Gillenfelder Hof" gibt es einige dunkle Kapitel, und soll die Rettung gelingen, muss nun Klartext geredet werden. Fest steht jedoch: Einfach wird es nicht. Nun gilt es, die Daumen zu drücken, dass diese schwierige Mission gemeistert und ein dauerhafter Fortbestand des Hotels erreicht werden kann, vor allem im Interesse der dort Beschäftigten und auch der Gemeinde. s.sartoris@volksfreund.de