Bewegungsmelder

Im neuen Gartenhaus unseres Nachbarn Jupp hätte 1945/46 eine ganze Familie Obdach gefunden. Ein Traum in echter Blockbohlen-Bauweise. Ein Baumarkt-Schnäppchen. Auch innen alles Baumarkt: Geräte, deren magische Ausstrahlung und männliche Kraft sich erst dann entfalten, wenn ein Elektro- oder Benzinmotor sie in Gang setzt.

Vorbildlich aufgeräumt und im allerbesten Pflegezustand hat alles seinen festen Platz, was der Mensch heute zum Überleben braucht und was ihn davon abhält, in die Steinzeit zurückversetzt zu werden: Rasenmäher, Häcksler, Rasenfräser, Heckenschere, Schneefräse, Motorhacke, Hochdruckreiniger, Laubsauger, Grillgerät, verschiedene Bohrer, Sägen, Schleifmaschinen, Unkrautspritzen u. a. m. Stolz präsentiert Jupp die allerneuesten Errungenschaften: Kurzholzspalter (Jupp: "30 Tonnen Spaltdruck, Hydrauliksystem"), Wippsäge ("Ich sage nur: Brennholz!") und Schmutzwasser-Tauchpumpe ("10 000 Liter pro Stunde, Förderhöhe bis sechs Meter"). Jupps Wohnhaus und das neue Gartenhaus sind selbstverständlich abgesichert durch Bewegungsmelder aus dem Baumarkt. Walburga versucht seit Monaten, mir die Anschaffung dieses wundervollen Elektrogeräts schmackhaft zu machen: "Denk nur, die Sicherheit! Kostet mit Infrarotsensor, großem Erfassungswinkel und Unterkriechschutz noch keine 40 Euro." - "Warum nicht gleich ein Kamera-Überwachungssystem mit Monitor, Nachtsichtfunktion und Mikrofon?", frage ich etwas gereizt zurück. Außerdem bin ich der Meinung, dass ein Bewegungsmelder nur angebracht werden soll, wo sich etwas bewegt oder wo man Bewegung erwartet. Spontan fällt mir da die Kreis-CDU ein. Die könnte sich gleich mehrere Geräte anschaffen, um herauszufinden, in welchem Gemeindeverband sich überhaupt noch etwas bewegt - außer bei Ehrungen. Die SPD sollte ganz auf die Anschaffung verzichten, denn Astrid Schmitt, der personifizierte Bewegungsmelder, meldet selbst die kleinste Bewegung über die Presse. FDP-Geisen ist zwar zwischen Daun und Berlin viel in Bewegung, hat aber kaum etwas zu melden. Die Halbroten oder Halblinken von der WASG verfügen angeblich über ganz feine Sensoren mit 360 Grad Erfassungswinkel, die selbst die zarteste Annäherung melden; dennoch geht bei ihnen nur selten das Licht an. Dass zumindest vor der Wahl des Landrats im Kreis mehr Bewegung zu melden ist, darauf hofft auch