Bigband bangt

GEROLSTEIN. Die Gerolsteiner Bigband sucht einen neuen Dirigenten. Sie wirft unter anderem in die Waagschale: einen neuen hoch motivierten Vorstand und das jugendliche Durchschnittsalter der Aktiven.

"Wenn die Gruppe jetzt auseinander bricht, ist das besonders bedauerlich", erklärt Marion Lorig. Die 34-Jährige hat vor kurzem das Amt der Vorsitzenden übernommen und bescheinigt ihren Mitstreitern im Vorstand und den 25 Aktiven eine hohe Motivation und einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn. Und nun gibt Viktor Frick, seit 1995 Dirigent der Bigband, Ende März die musikalische Leitung aus gesundheitlichen Gründen ab. "Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um möglichst bald einen neuen Dirigenten zu finden", sagt die neue Vorsitzende. Mit Marion Lorig steht erstmals seit der Gründung des Musikensembles vor 52 Jahren eine Frau an der Spitze. Sie wirkt seit 1981 musikalisch mit, zuerst mit der Querflöte, heute spielt sie das Tenorsaxophon. Marion Lorig ist verheiratet und hat drei Kinder. "Neben meiner Familie spielt die Bigband eine wichtige Rolle in meinem Leben", sagt sie. An ihrer Seite im Vorstand stehen Jakob Leif als Vize, Michaela Leonards als Schriftführerin, Thomas Danielczak als Kassenwart, Julia Thömmes als Jugendwart und Urban Wagner als Materialwart.Verein machte viele Umbrüche durch

Als Marion Lorig als Elfjährige zu der heutigen Bigband stieß, hieß die Gruppe noch BSW-Blasorchester Gerolstein. Ein Blick in die Chronik zeigt, dass das Blasorchester, 1952 gegründet in der Trägerschaft des Bundesbahn-Sozialwerks (BSW), immer wieder Umbrüchen ausgesetzt war. Josef Bungard war der Gründer mit zehn Aktiven. Er war der erste Dirigent und der erste Vorsitzende und komponierte den Marsch "Vivat Gerolstein", der heute noch zum Repertoire gehört. Zehn Jahre später musizieren bereits 30 Männer in dem Blasorchester. 1972 gibt Josef Bungard den Dirigentenstab an Joachim Krämer weiter. Das Karussell der Vorsitzenden drehte sich in der Folgezeit beständig: Moritz Schwindling (1973), Toni Kuhl (1977), Heinz Müller (1979), Toni Kuhl (1985), Gottfried Niesen (1987), Peter Krämer (1998), Jochen Leonards (2003), Marion Lorig (2005). Den Dirigenten Joachim Krämer hatte 1982 Johann Diederichs abgelöst; ihm folgte Viktor Frick 1995. 1991 hatte der Verein sich vom BSW gelöst und sich den Namen "Gerolsteiner Blasorchester" gegeben. Die Umbenennung in Bigband wurde 1999 erforderlich, als die Zahl der aktiven Musiker unter das für ein Orchester erforderliche Mindestmaß sank. Heute hat das Ensemble 25 Aktive, davon sind 13 unter 18 Jahren. Zum Repertoire zählt die Bigband-Literatur ebenso wie Jazz und Swing. Nach den Sommerferien ist ein neuer Ausbildungskurs für Kinder und Jugendliche geplant. "Vor allem aber muss so bald wie möglich ein neuer Dirigent gefunden werden", betont Marion Lorig. Dass nach dem Frühlingskonzert am Sonntag, 13. März, um 17 Uhr im Rondell das Ende der Bigband besiegelt sein könnte, kommt für Marion Lorig nicht in Frage: "Wir sind zuversichtlich und freuen uns auf Bewerbungen." Kontakt: Marion Lorig, Gerolstein, Telefon 06591/8300, E-Mail: info@gerolsteiner-bigband.de; Homepage: www.gerolsteiner-bigband.de.

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