1. Region
  2. Vulkaneifel

Bilder des Malers Pitt Kreuzberg kehren nach Schalkenmehren zurück

Kultur : Weitere Werke von Pitt Kreuzberg kehren heim nach Schalkenmehren

Die Gemeinde Schalkenmehren freut sich, in ihrem neuen Kultur- und Mehrgenerationenhaus mehrere Bilder des Malers ausstellen zu können. Völlig unerwartet sind ihr vier Gemälde geschenkt worden.

Der Umbau und die Erweiterung der alten Schalkenmehrener Schule zum Kultur- und Mehrgenerationenhaus sind geschafft, und längst hätte dort schon einiges stattfinden sollen, aber Corona hat  einen Strich durch die Rechnung gemacht. Knapp 700 000 Euro sind  investiert worden, um das historische Gebäude mit einem „zeitgemäßen Anbau“ (Ortsbürgermeister Peter Hartogh) zu ergänzen. In der ehemaligen Schule ist auch das Heimwebereimuseum beheimatet, in dem ein wichtiges Kapitel Dorfgeschichte dokumentiert ist.

Mit Schalkenmehren eng verbunden ist auch der Name Pitt Kreuzberg. Der Maler, geboren  1888 in Ahrweiler, zog 1913 ins Maardorf, wo er bis zu seinem Tod 1966 lebte und wirkte. Einige seiner Werke, die der Gemeinde gehören, sind im Heimwebereimuseum zu sehen, im Herbst vergangenen Jahres hat der Kreis zwei großformatige Gemälde von Daun nach Schalkenmehren gebracht. Die Leihgaben „Mädchen mit Knollen“ und „Ährenfeld mit Wiese“ sollen das Foyer des Mehrgenerationenhauses zieren. Die Intention: Die Verbundenheit zum Eifelmaler unterstreichen und ihm gleichzeitig in seiner Wahlheimat ein Denkmal setzen.

Nun kann sich die Gemeinde über vier weitere Werke Kreuzbergs freuen. Wie ist sie dazu gekommen? Zu Weihnachten 2020 bekam der Ortsbürgermeister einen überraschenden Anruf aus dem nordrhein-westfälischen Kaarst. „Renate Zielke, die dort wohnt, rief an und fragte, ob die Gemeinde Interesse an Pitt-Kreuzberg-Bildern hätte. Sie seien aus dem Nachlass ihrer kürzlich verstorbenen Schwester und  sollten in gute Hände kommen.  Ich habe erfreut Interesse bekundet und betont, die Werke würden im neuen Bürgerhaus ihren richtigen Platz finden“, berichtet Hartogh.

Die Gemälde kaufen war angesichts der finanziellen Situation des Orts aber keine Option. „Frau Zielke hat dann gesagt: Wenn Sie die Bilder in Kaarst persönlich abholen, sind sie ein Geschenk für Schalkenmehren.“ Ein Angebot, das Hartogh gern annahm. Vor einigen Tagen hat der Ortsbürgermeister die Bilder in Kaarst persönlich in Empfang genommen. „Ein großes Dankeschön im Namen der Gemeinde durfte natürlich nicht fehlen, und Frau Zielke wird Schalkenmehren auch besuchen. Ich freue mich darauf, ihr dann den Wandel unseres Dorfes zeigen zu können und natürlich den Platz, den die Bilder gefunden haben.“

Aber wie ist Renate Zielke zu den Werken gekommen? Sie erzählt: „1960 war unser Haus in Kaarst noch nicht fertig, aber meine Eltern arbeiteten schon in Düsseldorf. So haben sie ein knappes Jahr bei Louise Jacobi in Düsseldorf zur Untermiete gewohnt. Sie besaß schon damals ein Wochenendhaus in Schalkenmehren. Sie hat unsere ganze Familie einige Male eingeladen, einige Tage mit ihr in Schalkenmehren zu verbringen. So lernten wir Pitt Kreuzberg kennen, mit dem sie befreundet war.“

Im Laufe der Zeit hätten ihre Eltern vier Bilder erworben. „Ich habe Herrn Kreuzberg noch  persönlich kennengelernt und ihn ein paar Mal in seinem Haus am Maar besucht. Ich war beeindruckt, dass fast alle Wände in den Räumen mit seinen Malereien versehen waren.“

 Pitt Kreuzberg (1888 bis 1966)
Pitt Kreuzberg (1888 bis 1966) Foto: g_kultur <g_kultur@volksfreund.de>+SEP+g_kultur <g_kultur@volksfreund.de>
 Alt und neu vereint: Die frühere Schule, die noch aus Kaiserszeiten stammt, hat einen modernen Anbau &nbsp;mit Maarblick bekomme.
Alt und neu vereint: Die frühere Schule, die noch aus Kaiserszeiten stammt, hat einen modernen Anbau  mit Maarblick bekomme. Foto: TV/Stephan Sartoris

Nach dem Tod ihrer Eltern übernahm ihre Schwester das Haus, Renate Zielke wanderte nach Spanien aus. „Nach fast 30 Jahren dort bin ich zurückgekommen, um meiner Schwester zur Seite zu stehen. Sie hat elf Jahre gegen ihre Krebskrankheit gekämpft und dann doch den Kampf verloren. Ich habe sie fast fünf Jahre gepflegt, und sie ist am 19. November 2020 gestorben. So kamen diese Bilder in meinen Besitz. Ich bin stolz darauf, dass ich der Gemeinde Schalkenmehren mit der Schenkung eine Freude machen kann.“ Was der Ortsbürgermeister so wertet: „Die Rückkehr der Bilder ist ein Glückstag fürs Dorf und das Andenken des berühmten Malers.“