Kultur: Bilder, so bunt wie das Kalenderjahr

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Zum 18. Mal ist ein Kalender erschienen, in dem Bilder von Menschen mit und ohne Behinderung abgedruckt sind. Herausgegeben wird er von den Westeifelwerken und den Volks- und Raiffeisenbanken.

Stolz sind die vier Künstlerinnen Monika Zeimantz, Luisa Erasmi, Beate Krämer und Conny Weber. Einige ihrer Bilder haben es in den diesjährigen Kalender der Westeifelwerke und der Volksbanken geschafft.

Monika Zeimantz sagt: „Meine Schwester und meine Nichte freuen sich sehr, wenn ich ihnen den Kalender zeige, in dem ein Bild von mir ist. Und ich bin auch froh darüber.“ Monika Zeimantz, die Bilder aus der Vogelperspektive mit Buntstiften malt oder mit Bleistift zeichnet, war bereits in einigen der bisher 18 von den Volks- und Raiffeisenbanken herausgegebenen Kalender vertreten. Schon am ersten war sie maßgeblich beteiligt. Er hatte den Titel „Su woar ett daheim“ und zeigte Zeichnungen mit Kindheitserinnerungen. Im Aktuellen ist ein Bild aus ihrem früheren Arbeitsalltag zu sehen. Es zeigt detailliert, wie ein Empfangsgerät zusammengebaut wird.

Conny Weber, ebenfalls Mitarbeiterin der Westeifelwerke, hat Hochhäuser und Tannenbäume dargestellt und Luisa Erasmi ein buntes Sommerbild gemalt, bei dem die Strahlen der Sonne ein wenig an die Mähne eines Löwen erinnern. „Ich mag es gerne bunt“, erklärt sie dazu. Rudolf Rinnen, Pressesprecher der Volksbank Eifel, berichtet: „Es ist für die beeinträchtigten Menschen und die Schüler eine Wertschätzung, und sie können zeigen, was sie können. Wenn ein Bild im Kalender erscheint, freut sich die gesamte Arbeitsgruppe mit.“

Im Kalender sind aber nicht nur Bilder von Mitarbeitern der West­eifelwerke aus Gerolstein, Weinsheim und Hermesdorf, sondern auch Werke des Malwettbewerbs „Jugend kreativ“, an dem Schüler zwischen der ersten und der dreizehnten Klasse teilgenommen haben und der seit einigen Jahren von den Volksbankinstituten ausgelobt wird. Im vergangenen Jahr stand er unter dem Motto „Musik verbindet“. Das Bild der Bundessiegerin ist eine Zeichnung, auf der berühmte Musiker zu sehen sind, die nebeneinandersitzen und eine Frau einrahmen, die mit Kopfhörern in ihre Musik vertieft ist. Von den Musikern geht ein heller gezielter Lichtstrahl aus, der die Hörerin ihrer Musik erreicht und umfängt.

Nach einer Vorauswahl aus etwa 3500 Bildern sind immer noch 70 Werke von Mitarbeitern der Westeifelgruppe und 80 vom Malwettbewerb übrig, aus denen etwa 35 Bilder für den Kalender ausgesucht werden. „Passend zu den Monaten werden sie ausgewählt und nach der farblichen Harmonie der Seite“, so einer der Verantwortlichen.

In den Werkstätten der Westeifelwerke gibt es arbeitsbegleitende Maßnahmen, die alle Mitarbeiter in Anspruch nehmen können und die vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind, da die Menschen mit Handicap in ihrem eigenen Tempo arbeiten und einen Ausgleich zu den Tätigkeiten in den Produktionsbereichen brauchen. Es gibt beispielsweise Sport-, Musik-, Theatergruppen und den Malkurs, der von ausgebildeten Kunsttherapeuten geleitet wird. Einer davon war beispielsweise der Eifeler Maler und Künstler Walter Wilde.

In 18 000 Haushalten und Schulen in der Eifel werden die Kalender hängen. Jürgen Morbach, Prokurist der Volksbank Eifel, erklärt: „Der Kalender zeigt, wie Kreativität und Engagement Brücken schlagen lässt für eine Gemeinschaft, die für Gleichberechtigung, Toleranz und Förderwillen schlägt.“

Im kommenden Jahr soll es wieder einen Kalender geben und die Malgruppe der Westeifelwerke wird von dem Bankinstitut mit 1500 Euro für Material unterstützt. Monika Zeimantz und ihre Malkolleginnen werden bis dahin sicher weitere Bilder gemalt haben, die für den Kalender in die engere Auswahl kommen.

Bilder aus dem Kalender finden Sie unter www.volksfreund.de/fotos

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