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Biogas: Warten in Saxler geht weiter

Biogas: Warten in Saxler geht weiter

Die Genehmigung der zuständigen Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) Nord liegt vor - doch die Biogasanlage in Saxler wird noch nicht gebaut. Der Grund: Der Antragsteller hat Klage gegen einzelne Bestimmungen eingereicht.

Das Hin und Her um die geplante Biogasanlage in Saxler nimmt kein Ende: Seit 20 Monaten bemüht sich Familie Zillgen darum, ihren Antrag bewilligt zu bekommen. Doch das Warten geht weiter. Denn die Familie hat zwischenzeitlich beim Verwaltungsgericht Trier Klage gegen "einzelne Nebenbestimmungen" der Genehmigung eingereicht, wie die zuständige Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz mitteilt.

Es sei nicht ungewöhnlich, dass der Antragsteller auch Widerspruch und Klage gegen eine Genehmigung einreiche, sagt Sandra Hansen-Spurzem, Pressesprecherin der SGD Nord. "Mit Biogas ist das immer eine schwierige Sache." Die Anlage könne nun aber erst gebaut werden, wenn der Gerichtsprozess vorbei sei. Denn mit der Klage ist die Genehmigung bis dahin unwirksam.

Die Familie möchte sich dazu nicht äußern. "Damit haben wir die besten Erfahrungen gemacht", sagt Thomas Zillgen. Es liege alles vor, sie wüssten aber noch nicht, wann sie mit dem Bau beginnen würden.

Kritiker geben sich geschlagen



Im April 2009 hatte der Landwirt bei der Koblenzer Genehmigungsbehörde den Antrag für eine Biogasanlage direkt neben seinem Hof eingereicht - und dafür großen Widerstand aus der Gemeinde geerntet. Die Kritiker befürchteten neben Lärm- und Geruchsbelästigungen vor allem, dass der Boden die Anlage eventuell gar nicht tragen könne. "Man baut auf Untergrund, den man gar nicht kennt", sagt Erhard Schuffenhauer.

Der Chemiker hat seit 1984 ein Domizil in Saxler und lebt seit 2000 ständig dort. Denn es sei nicht sicher, ob der Boden nicht von Wasser unterspült sei. Zudem gehöre die Fläche, auf der die Biogasanlage entstehen soll, zu einem schützenswerten Naturgebiet.

Mitte des Jahres hatte die SGD Nord dennoch die Genehmigung für den Bau erteilt - obwohl sich der Gemeinderat und die meisten Bürger des 90-Einwohner-Ortes sich gegen die Anlage ausgesprochen hatten. Die Einwände hätten laut der Genehmigungsbehörde nicht ausgereicht, um den Antrag abzulehnen. Auch der Widerspruch von zwei Bewohnern und den Antragstellern, der Familie Zillgen, wurde zurückgewiesen. "Auf Argumente ist gar nicht eingegangen worden", beschwert sich Schuffenhauer. Der Protest der Gegner verflüchtigt sich trotzdem. "Wir sehen keine Möglichkeit mehr." Eine Klage könne sich keiner im Dorf leisten. Der Frust sei aber immer noch da. Schließlich seien 85 Prozent der Dorfbewohner noch immer gegen die Biogasanlage. noj/cdr