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Biogasanlage in Wiesbaum läuft und die Bauern sind froh

Landwirtschaft : Biogasanlage läuft, Bauern sind froh

Nach einer desaströsen Pannenserie hat das Kieler Unternehmen C4 Energie im Jahr 2017 die Anlage in Wiesbaum übernommen und seither sukzessive modernisiert. Inzwischen funktioniert sie wieder weitgehend störungsfrei.

Kaputte Maschinen, Missmanagement nach einer Havarie 2006, und zahlungsunwillige  Versicherungen waren die Gründe, die die bis August 2017 federführende Betreibergesellschaft Natur-Energie Wiesbaum in die Insolvenz führten.

Übel ging die Angelegenheit für viele der Landwirte aus, die zwar Rohstoffe zur Energiegewinnung lieferten, dafür aber nie bezahlt wurden. So sind nach der Insolvenz die Zulieferer auf Verlusten von mehreren Tausend Euro sitzengeblieben, sagte Alfred Mastiaux, einer der damals an der Betreibergesellschaft beteiligten Landwirte dem TV.

Die wichtigste Aufgabe nach der Übernahme der Biogasanlage Wiesbaum Ende 2017 heißt für Bernd Köhler, Chef der C4 Energie AG, zunächst wieder Vertrauen zu schaffen: „Inzwischen haben wir wieder erhebliche Kapazitäten frei und könnten deutlich mehr Wärmeabnehmer an die vorhandene Leitung anschließen. Leider müssen wir das in den vergangenen Jahren verlorengegangene Vertrauen der potentiellen Abnehmer erst wieder herstellen“, sagt Köhler.

Zurzeit betrage die Gasproduktion stündlich rund 200 Kubikmeter, daraus entstünden im selben Zeitraum etwa 420 Kilowattstunden Strom, heißt es von C4 Energie. Unter anderem wird das benachbarte Industrie- und Gewerbegebiet samt Existenzgründerzentrum Higis beliefert.

Noch laufe die Anlage jedoch nicht unter Volllast, erklärt der jetzige Betreiber: „Wir haben bisher rund 250 000 Euro in Wiesbaum investiert und werden ab März noch einmal 300 000 Euro hineinstecken.“ Bisher seien ein neuer Motor, ein neuer Radlader sowie eine Holztrocknungsanlage angeschafft worden. Geplant sei eine Erneuerung des Feststoff-Einbringungsystems, dann könne Wiesbaum auch Volllast fahren. Genaue Zahlen zur zukünftigen Leistung sind jedoch nicht voraussagbar.

Von der Idee, nicht nur Strom, sondern auch Gas zu liefern, hat sich das Unternehmen verabschiedet. „Leider haben wir für die recht kleine Anlage keinen geeigneten Partner gefunden, mit dem sich eine wirtschaftliche Gaseinspeisung realisieren lässt“, sagt Bernd Köhler.

Unter den Landwirten, die liefern, was für den Betrieb einer Biogasanlage nun einmal unerlässlich ist – unter anderem Gülle, Mist und Mais – genießt C4 Energie inzwischen das nötige Vertrauen.

„Wir sind froh, dass dort einer weiter macht“, sagt Friedhelm Schmitz aus Morbach. „Die Zahlungen kommen pünktlich und wir haben dank der Verträge Sicherheit für die kommenden Jahre.“ Es sei eben eine Zweckgemeinschaft und sie wäre auf einem guten Weg in die Zukunft. Lothar Schütz aus Wiesbaum teilt die Meinung seines Kollegen. „Es ist gut, dass die Anlage weiterläuft. Auf dem Papier erhalten wir für die Lieferungen zwar etwas weniger Geld, aber im Gegensatz zu früher kommt es auch an.“