Bistumsreform in Adenau: "Was gut läuft, soll zusammen bleiben"

Bistumsreform in Adenau: "Was gut läuft, soll zusammen bleiben"

"Pfarreien der Zukunft": Der vom Bistum Trier Ende März bekanntgegebene Plan, Adenau an Gerolstein anzugliedern, wird an der Basis heftig diskutiert.

Zu den Pfarreiengemeinschaften (PGs), in denen die Bistumspläne mit der Bildung von 35 Großpfarreien (der Trierische Volksfreund berichtete) hohe Wellen schlagen, gehört auch Adenau im Landkreis Ahrweiler. Neben den pfarrlichen Gremien haben sich hier auch Stadt- und Verbandsgemeinderat mit der neuen Raumgliederung beschäftigt. Aller Begehren ist, dass Adenau als schulisches und geschäftliches Mittelzentrum in einem ländlichen Raum mit etwa 15 000 Katholiken eine eigene Pfarrei bildet und nicht, wie vom Bistum vorgesehen, an Gerolstein angegliedert werden soll (siehe Info).

Zu Gerolstein gebe es weder historische und politische noch wirtschaftliche und kulturelle Verbindungen, heißt es in einer Resolution. Es bestehe nicht einmal eine Hauptverkehrsstraße zwischen den beiden Regionen, betonen die Ratsmitglieder. Und verweisen im Gegenzug auf die besondere Eignung von Adenau als Sitz einer Pfarrei.
Dass es dazu aber erforderlich ist, vier umliegende PGs zu zerteilen, ist nach Meinung von Dechant Klaus Kohnz (Dekanat Vulkaneifel) keine gute Idee. "Bestehende Pfarreiengemeinschaften sollten nicht auseinandergerissen werden, und es soll möglichst viel von dem, was gut läuft, auch zusammenbleiben", betont der 59-jährige Geistliche mit Blick auf den Vorschlag der Adenauer Gremien, die eigene zukünftige Pfarrei um Müllenbach und Nürburg (PG Kelberg), Nohn und Üxheim (PG Niederehe), Wanderath (PG Langenfeld) sowie Hönningen (PG Altenahr) zu erweitern. Die bisherigen PGs stellten eine Substruktur der neuen Pfarreien der Zukunft dar, die Gremien und die Bevölkerung stünden dahinter, erklärt Kohnz.

Zum Bistumsplan meint er: "Die Kombination aus Gerolsteiner und Adenauer Land mit Hillesheim und Niederehe ist schwierig, aber machbar bei entsprechender Personalisierung und mit zwei zentralen Pfarrorten, nämlich Gerolstein und Adenau."

Bei der anderen geplanten "Pfarrei der Zukunft" - Daun (mit Gillenfeld und Kelberg) - gibt es nach Auskunft von Dechant Kohnz weitestgehend Akzeptanz und Einmütigkeit. So etwa hätten sich die Pfarrgemeinderäte von Bodenbach, Müllenbach, Nürburg und Welcherath einzeln und gemeinsam zu Gunsten des Trierer Vorschlags ausgesprochen, ebenso der Pfarreienrat Kelberg, und auch in den PGs Daun und Gillenfeld herrsche Einverständnis.
Laut Bistum kann es bis zum Herbst durchaus noch zu neuen Grenzziehungen bei der einen oder anderen Großpfarrei kommen. Anfang des Jahres 2020 soll die Reform umgesetzt werden.Extra: DIE AUFTEILUNG DES BISHERIGEN DEKANATS


Die neue Raumgliederung sieht für das bisherige Dekanat Vulkaneifel zwei "Pfarreien der Zukunft" vor: Daun und Gerolstein, benannt nach dem jeweiligen zentralen Pfarrort. Ergänzt wird das Dekanat um die Pfarreiengemeinschaft (PG) Adenauer Land. Einige Orte der PG Obere Kyll sollen nach Prüm wechseln. Die Pfarrei Daun würde die jetzigen PG Daun, Gillenfeld und Kelberg umfassen, wo auf etwa 480 Quadratkilometern rund 22 700 Katholiken leben. Der zukünftigen Pfarrei Gerolstein sollen nach dem derzeitigen Stand die jetzigen PGs Gerolsteiner Land, Hillesheim, Niederehe und Adenauer Land sowie die Orte Steffeln und Lissendorf angehören; das entspricht flächenmäßig etwa 596 Quadratkilometern und zahlenmäßig rund 26 100 Katholiken.

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