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Bleckhausen beschließt Förderprogramm

Förderprogramm : Förderprogramm in Bleckhausen unterstützt beim Bau und der Sanierung von Häusern

Wegen sinkender Einwohnerzahlen beschließt der Gemeinderat in Bleckhausen ein Förderprogramm, das vor allem junge Familien beim Bau eines Hauses oder der Geburt eines Kindes finanziell unterstützen soll.

 Eher ruhig und beschaulich geht es in Bleckhausen in der Vulkaneifel zu. Gerade mal 321 Einwohner zählt das kleine Dorf. „291 mit Erstwohnsitz und 30 mit Zweitwohnsitz“, erklärt Ortsbürgermeister Markus Göbel. „Die Einwohnerzahl ist in den letzten Jahren jedoch stetig nach unten gegangen.“

Als Gründe dafür sieht Göbel das Ungleichgewicht von Jung und Alt. „Es gibt immer mehr alte und immer weniger junge Menschen und Familien. Deshalb gibt es auch weniger Kinder im Dorf. Das ist eine Spirale, die nach unten führt.“ Zudem seien in den letzten Jahren viele junge Erwachsene für ihr Studium oder für ihre Ausbildung weggezogen.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, beschließt der Gemeinderat im Dezember 2020 ein Förderprogramm. Ein langer Prozess. „Wir haben fast ein Dreivierteljahr daran gefeilt und geguckt, wie das funktionieren könnte“, erzählt Göbel.

Herausgekommen sind finanzielle Unterstützungen für junge Familien oder für jeden, der ein altes Haus sanieren und so modernen Wohnraum schaffen möchte. „Bei jungen Familien ist es immer daran gekoppelt, dass sie Familien haben. Wenn junge Eltern mit zwei Kindern ein Haus bauen, bekommen sie von uns einen Zuschuss pro Kind“, erklärt Göbel.

Bei einer Sanierung kommt die Dorferneuerung (siehe Info) ins Spiel. „Wenn jemand ein altes Haus saniert und das an die Dorferneuerung koppelt, also auch Gelder vom Kreis oder Land bekommt, dann geben wir auch noch einen Zuschuss dazu“, sagt der Bürgermeister. Das Förderprogramm sieht zehn Prozent der Sanierungskosten vor, höchstens jedoch 3000 Euro.

Generell sei es jedoch schwierig zu sagen, ab wann ein Haus überhaupt saniert werden muss. „Wenn jemand in einem alten Haus wohnt, dann hat er natürlich verschiedene Ansprüche. Der eine will‘s dann tiptop haben und steckt da 300 000 rein, dem anderen genügt es, wenn er drin wohnt“, erklärt Göbel. „Insgesamt kann man aber schon sagen, dass es im Ortskern alte Häuser gibt, die sanierungswürdig sind. Vielleicht nicht bedürftig, aber sanierungswürdig.“

Ob das Förderprogramm fruchten wird, kann Göbel noch nicht sagen. „Wir hoffen es, aber sagen wir mal so, es zieht niemand nach Bleckhausen, weil er gehört hat, dass es hier jetzt ein Förderprogramm gibt.“

Trotzdem sieht der Bürgermeister die Unterstützung als einen Schritt in die richtige Richtung. „Ich denke, es ist ein Baustein, um ein Dorf für junge Menschen attraktiv zu machen und für Familien, die sich ein altes Haus kaufen und das sanieren möchten.“