"Bleibt online mit Gott"

"Bleibt online mit Gott"

GILLENFELD/DAUN. Im Dekanat Daun wurde im Mai in sieben Pfarrkirchen insgesamt 405 Jugendlichen das Sakrament der Firmung gespendet, zuletzt in St.Andreas Gillenfeld. Der TV besuchte den Gillenfelder Firmgottesdienst und sprach mit dem für die Firmvorbereitung verantwortlichen Gemeindeassistenten Stefan Becker über dessen neues Konzept.

"Heute ist der zweite Teil deiner Taufe", richtete sich Weihbischof Leo Schwarz an die 77 Firmbewerber. Will heißen: Den Jugendlichen wird in der Firmung als "besondere Geistesgabe" das zweite Sakrament der Eingliederung in die katholische Kirche gespendet. Mit dem Appell "Euer Glaubensbekenntnis soll die ganze Kirche füllen" eröffnete Leo Schwarz den Firmvorgang. Die Firmbewerber erneuerten mit festen Stimmen ihr Taufversprechen, der Trierer Weihbischof und sein bolivianischer Amtsbruder Ricardo Centellas breiteten die Hände zum Gebet aus und spendeten dann einzeln das Sakrament durch Chrisamsalbung der Stirn, Handauflegung und Friedensgruß.Wunschthemen aus der Lebenswirklichkeit

Weitere bemerkenswerte Elemente des Gottesdienstes waren die Beiträge des von Birgit Laux geleiteten Firm-Projektchores, ein von Firmbewerbern simulierter Chat mit Gott sowie die von Leo Schwarz übersetzte Predigt des Weihbischofs Centellas. Ausgehend von einer bolivianischen Geschichte über das Vertrauen zu Gott sagte Centellas: "Das Ziel dieser Stunde ist, dass ihr erfahrt, dass ihr euch an Jesus Christus festhalten könnt. Bleibt in der Kirche, bleibt Gottes Zeugen, bleibt online mit Gott!" Für die Firmvorbereitung in der Pfarreiengemeinschaft von Pastor Carsten Rupp war der Gemeindeassistent Stefan Becker (siehe Kasten) verantwortlich. Gefirmt wurden neben den 77 Jugendlichen der Pfarreien Gillenfeld und Brockscheid auch 29 aus den Pfarreien Strohn und Strotzbüsch. 23 Katechetinnen leiteten 16 Gruppen. Im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund stellt Becker das Konzept aus vier Bausteinen vor. Zunächst ging es um Wunschthemen aus der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen. "Am Anfang ist es wichtig, dass die Jugendlichen merken, dass wir Erwachsenen sie und ihre Fragen ernst nehmen", begründet Stefan Becker die Beschäftigung mit den Themen "Idole, Liebe/Freundschaft, Drogen". Es folgte eine Einheit mit Basiswissen und Gesprächen über Religiöses - etwa Christentum, Kreuzzeichen, Heiliger Geist, Sakramente. Den dritten Baustein in der fast fünfmonatigen Vorbereitungszeit bildeten besondere Gottesdienste: Auftakt- und Versöhnungsgottesdienst, Jugendkreuzweg und Taizé-Gebet. Für alle, die mehr als diese "Basisvorbereitung" wollten - das waren etwa zwei Dutzend - fand im April eine sechstägige Fahrt nach Taizé statt. Grundprinzip der Vorbereitung und vierter Baustein war: sich in Gemeinschaft Zeit für Gott zu nehmen und die Sonntagsgottesdienste zu besuchen. "Es war ein intensiver gemeinsamer Weg, und den Firmgottesdienst haben die Mädchen und Jungen mit Freude gefeiert", sagt Stefan Becker und betont: "Die Firmung soll aber kein Schlusspunkt sein." So sind bereits geplant: die Teilnahme an der Springprozession in Echternach, die Gestaltung einer Stunde am Tag des Ewigen Gebetes, die Fortführung des Jugendliturgiekreises, das Projekt "Alt trifft Jung", die Gestaltung einer Homepage für die Pfarreiengemeinschaft und ein Tanzkurs. Die 15-jährige Melina Kremer aus Gillenfeld gehört zu den Neugefirmten. Dem TV sagt sie: "Mir haben die Vorbereitung und die Firmung sehr gut gefallen. Mein Kontakt zur Kirche ist wieder enger geworden. Meiner Katechetin Birgit Laux, Stefan Becker und dem Weihbischof gebe ich eine Eins!" Überzeugt von dem neuen Konzept der Firmvorbereitung ist auch Heike Hermes, Mutter der Neugefirmten Lea. "Die Vorbereitung spielte sich nicht nur in den Gruppen ab, auch die Pfarrgemeinde hat eine Menge davon mitbekommen." Weihbischof Leo Schwarz resümiert nach seiner Firmreise durch das Dekanat Daun, dass er überall sehr sympathischen jungen Menschen begegnet sei. Die Konzepte zur Vorbereitung auf das Sakrament der Firmung hätten sich sehr unterschiedlich gestaltet. Das hohe Engagement der vielen ehrenamtlichen Katecheten beeindrucke ihn immer wieder aufs Neue. "Durchhalten und Ausdauer, keine Kurzgeschichten!" wünscht sich der Weihbischof für den Glauben der Gefirmten.

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