Blüteninseln bremsen Verkehr kaum

Blüteninseln bremsen Verkehr kaum

HÖRSCHHAUSEN. Nach einem Jahr Bauzeit sind die Kanalarbeiten und der Ausbau der Ortsdurchfahrt mit Gehwegen in Hörschhausen beendet. Die gelungene Gesamtansicht und die üppige Blumenpracht auf Verkehrsinseln und am Straßenrand zeigen, dass sich die Arbeit gelohnt hat.

Eine grüne Oase präsentiert sich dem Autofahrer, der von Gefell aus nach Hörschhausen hinein oder von Berenbach oder Uess kommend durch den Ort fährt. Von all der Blumenpracht links und rechts der Straße sollte sich der Autofahrer aber nicht zu viel ablenken lassen, denn sonst zeigt die verwinkelte Straßenführung mit den Verkehrsinseln ihre Tücken. Eigentlich sollte sich der Verkehr zwischen den Inseln und Kurven langsamer durch Hörschhausen bewegen, aber dieses Ziel wurde nicht erreicht, wie Ortsbürgermeister Eberhard Heusler offen zugibt. "Die Inseln haben nichts gebracht. Eine durchgreifende Verkehrsberuhigung hat es durch die vielen Maßnahmen nicht gegeben." Trotzdem: Über die gelungene Dorfverschönerung ist nicht nur der Ortsbürgermeister froh, die Bürger sind es auch. "Die Bevölkerung ist sehr zufrieden über das Ergebnis der Bauarbeiten", sagt Heusler. Etwa 360 Meter der L 67 sowie der innerörtlichen Bahnhof-, Dauner-, Talstraße und In der Struth wurden erneuert und umgestaltet. Außerdem wurde ein neue Buswartehalle errichtet und die Straßenbeleuchtung erneuert. Herausragendes Beispiel für die Erneuerung des Dorfes ist der Scheurenplatz, im Volksmund auch "Säukaule" genannt. Er ist zu einem wahren Prachtplatz geworden. Die offene Gestaltung des Platzes, viel Grün und Blumen und irgendwo dazwischen die L 67 zeigen: Eine Straße kann durchaus in ein attraktives Gesamtbild eingebunden werden. Großen Anteil an der ansprechenden Gestaltung der Straßen haben die Anwohner. Sie hatten sich bereit erklärt rund 100 Meter teils marode Mauern zu entfernen und dafür eine offene, weitläufige und harmonische Straßenanbindung zu ihren Grundstücken zu schaffen.Erkenntnis: Die Mauern müssen weg

"Nach zunächst ablehnender Haltung und Zweifeln setzte sich bei den Anliegern die Erkenntnis durch, dass zur Verschönerung des Dorfes der Abriss der vielen Mauern unerlässlich war. Bei der Planung und Bepflanzung konnten sie ihre Ideen einbringen", berichtet der Ortsbürgermeister. "Schön ist auch, dass die Dorfbewohner bereits Patenschaften für die Beete an der Straße übernommen haben", sagt Ortschef Heusler. 700 000 Euro hat das gesamte Projekt gekostet, wovon 220 000 Euro von den Verbandsgemeindewerken Kelberg und 290 000 Euro vom Land bezahlt wurden. Für die Gemeinde Hörschhausen bleibt ein Anteil von 190 000 Euro übrig, der aber noch durch einen Zuschuss vom Land in Höhe von 53 000 Euro gemildert wird. 35 Prozent der verbliebenen Kosten von 147 000 Euro übernimmt die Gemeinde, 65 Prozent zahlen die Bürger in Form wiederkehrender Beiträge.