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Brennerei in der Eifel spendet Alkohol für Desinfektionsmittel

Archiv April 2020 : Brennerei in der Eifel spendet Alkohol für Desinfektionsmittel

Desinfektionsmittel sind in diesen Zeiten Mangelware. Um bei der Produktion auszuhelfen, spendet die Berlinger Windspiel-Manufaktur einen Teil des selbst hergestellten Alkohols an Apotheken.

Desinfektionsmittel werden knapp. Seit Ausbruch des Corona-Virus hat sich in Deutschland die Nachfrage nach Hygieneflüssigkeiten mehr als versechsfacht. Das heißt leider auch: Apotheken und Kliniken, auch in der Region, gehen die Mittel langsam aus. Und selbst beim Alkohol, den man für die Produktion braucht, gibt es bereits Lieferengpässe.

Grund genug für die Mitarbeiter der Windspiel-Manufaktur, ein wenig auszuhelfen. Auf Anfrage verschiedener Apotheken, sagen die Geschäftsführer Sandra Wimmeler und Denis Lönnendonker, habe man sich entschieden, Basis-Alkohol zum Selbstkostenpreis abzugeben.

Die Brennerei mit Sitz in Berlingen bei Gerolstein stellt diesen im Gegensatz zu vielen anderen Destillerien selbst her. Aus einem Rohstoff, der auf einem Acker nahe dem heimischen Hof wächst: Kartoffeln. Normalerweise wird die Knolle zum preisgekrönten Windspiel-Gin verarbeitet.

Einen Teil des gewonnenen Alkohols gibt die Firma nun aber an Apotheken aus der Region ab, etwa die Löwenapotheke in Hillesheim und die Apotheke am Burgtor in Wittlich. Als Basis zur Herstellung von Desinfektionsmitteln für Kliniken und Ärzte in der Umgebung.

Logo Mutmacher PRINT Foto: TV/Schramm, Johannes

Und es geht hierbei nicht um Kleckermengen. „Bisher konnten wir 2000 Liter zur Verfügung stellen“, sagt Wimmeler. Die „natürlichen Grenzen“ liegen in dem Feld vor der Haustür. Wenn alle Kartoffeln abgeerntet sind, gibt es auch keinen Schnaps mehr und kein Desinfektionsmittel. Derzeit werde aber noch der eingelagerte Bestand aus dem Herbst verarbeitet, sagt Wienke.

Aus dem Alkohol selbst Desinfektionsmittel herstellen dürfe man in der Manufaktur nicht. Dafür brauche es eine besondere Genehmigung, die nur Apotheken bekommen. Aber auch der Rohstoff hilft den Einrichtungen bereits weiter. Und die Schnapsproduktion sei dadurch auch nicht gefährdet.

Ohnehin habe man derzeit weniger Abnehmer als sonst. „Natürlich sind wir auch von der Corona-Krise betroffen, weil Bars, Restaurants und der Fachhandel geschlossen sind“, sagt Lönnendonker. Was ein wenig helfe, sei der Online-Verkauf im Shop, der kürzlich neu aufgelegt wurde.

Um diesen Vertriebsweg weiter zu stützen, habe man zudem eine Kooperation mit der Löwen-Apotheke in Hillesheim aufgebaut. Und dieser Deal sieht so aus: Bei jeder Bestellung ab 50 Euro bekommt der Kunde eine 100 Milliliter Flasche Desinfektionsmittel mitgeliefert. Allerdings nur: solange der Vorrat reicht.