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Brief an den Bundestrainer

Brief an den Bundestrainer

DAUN. (sts) Die Klasse 4 d der Grundschule Daun hat einen Brief an Bundestrainer Jürgen Klinsmann geschrieben. Darin kritisieren die Schüler das teils unfaire Verhalten der Fußballer während der WM.

Die Klasse 4 d der Grundschule Daun ist eine besonders sportliche, ist sie doch seit dem ersten Schuljahr eine Sportklasse, das heißt, die Schüler haben jeden Tag eine Sportstunde. Zudem sind die meisten Kinder auch in einem Verein aktiv. Und von fairem Verhalten im Sport verstehen sie auch etwas. Ende vergangenen Jahres hat die 4d in Trier den zweiten Platz in einem landesweiten Fair-Play-Wettbewerb für die Grundschule entgegen genommen. Fair-Play ist auch Thema des Briefs, den die Schüler an Bundestrainer Jürgen Klinsmann geschickt haben. Der Brief entstand im Rahmen der Projekttage der Schule zum Thema "Fußball-WM: Die Welt zu Gast bei Freunden". "Mit viel Begeisterung haben wir der WM entgegen gefiebert und waren froh, als es endlich los ging. Viele von uns haben fast alle Spiele gesehen. Wir haben uns jeden Tag über die Fußballspiele unterhalten. Am meisten hat uns dann aber das unfaire Verhalten der Spieler beschäftigt", schreiben die Schüler. WM war Thema der Projekttage

Bis jetzt seien sie der Meinung gewesen, dass Fußball ein Spiel sei, bei dem man um den Ball kämpft, jede Mannschaft versucht möglichst viele Tore zu erzielen und zu verhindern. Aber: "Im Sinne des Fair-Play-Gedankens verläuft die WM für uns nicht. Im Mittelpunkt stehen für uns nicht die eben genannten Ziele des Spiels, sondern häufig nur der Gegenspieler und dessen Körper. Für uns als Zuschauer entsteht der Eindruck, dass die Verletzung des Gegenspielers und das Vortäuschen von Fouls, um einen Elfmeter zu erhalten, die zentralen Spielgedanken sind." Nur so könnten sie sich erklären, dass es so viele gelbe und rote Karten gegeben habe. Dabei hätten sie gelernt: "Wir spielen so, das wir andere Kinder nicht verletzen. Wir täuschen keine Fouls vor. Passiert dennoch ein Foul, entschuldigen wir uns mit Handschlag und Worten. Wir akzeptieren die Entscheidungen der Schiedsrichter. Der Mannschaftsführer vermittelt, wenn Diskussionen entstehen; diese werden nach Spielende besprochen. Wir kümmern uns um andere Kinder, wenn sie sich verletzen, erklären Spielregeln, wenn ein Kind Aufgaben nicht versteht. Wir würden uns riesig darüber freuen, wenn Fußball ein Spiel - auch bei den Profis - bleibt, wo man um den Ball kämpft und der Fair-play Gedanke im Mittelpunkt steht" , schreiben die Grundschüler. Neben den kritischen gibt es aber auch versöhnliche Töne im Brief: "Zum Schluss möchten wir Ihnen noch gerne sagen, dass wir stolz auf unsere deutsche Mannschaft sind, die meisten Spieler haben bisher ein faires Verhalten gezeigt." Und abschließend hat die 4d noch einen Wunsch: "Schön wäre es , wenn Sie auf unseren Brief antworten würden."