Brockscheider Lokal schließt

Brockscheider Lokal schließt

Brockscheid wird um ein Stück Infrastruktur ärmer. Am Sonntag, 6. Februar, schließt das Speiselokal Zur gemütlichen Ecke in der Glockenstraße.

Brockscheid. (bs) Vor eineinhalb Jahren hatte sich Inhaberin Iris Hermes bereits vorgenommen, ihr Lokal zu schließen. Nun ist es soweit. Am Sonntag, 6. Februar, hat ihre Gaststätte Zur gemütlichen Ecke zum letzten Mal geöffnet. Iris Hermes hat Köchin gelernt und sagt: "Ich liebe meinen Beruf, muss stets in Bewegung sein. Deshalb haben wir auch den Gasthof gebaut. Es gibt auch nach der Schließung genügend zu tun um Haus, Hof und Garten." Doch nun ist sie gesundheitlich angeschlagen. Zudem gibt es keinen Nachfolger, der das Lokal übernimmt. Am 15. April 1983 wurde das Lokal eröffnet und hatte sich schnell vom Dorftreffpunkt zum beliebten Speiselokal entwickelt, das an Sonntagen mehr als 120 Gäste bewirtete. "90 Prozent der Stammgäste kamen aus der Region", erklärt Iris Hermes. "Aber als der Euro kam, hat sich vieles unangenehm geändert", sagt die Köchin. "Insgesamt neun bis 20 wechselnde Arbeitskräfte benötigte ich zur reibungslosen Abwicklung in Küche und Gasträumen", berichtet die 59-Jährige. "Meinen Familienmitgliedern und den Helfern muss ich ein großes Dankeschön und viel Lob aussprechen. Denn sie waren immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wurden. Ohne ihre Hilfe wäre eine florierende Arbeitsabwicklung nicht möglich gewesen", erklärt die Wirtin. Natürlich gelte dieser Dank auch ihren vielen Stammgästen, den Einheimischen und den Besuchern aus den umliegenden Dörfern. "Diese Schließung tut uns leid", sagen viele Kunden, die an der Gasthaustheke Gespräche über das Dorf und Gott und die Welt führten, knobelten oder Karten spielten.

Zum "Zapfenstreich" am 6. Februar hat sich die scheidende Brockscheider Restaurantinhaberin etwas Besonderes einfallen lassen. "Den Erlös der letzten drei Tage werde ich der Kinderkrebsstation im Trierer Mutterhaus spenden."

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