1. Region
  2. Vulkaneifel

Tradition: Brot backen wie in alten Zeiten

Tradition : Brot backen wie in alten Zeiten

Was früher gang und gäbe war, können heute nur noch wenige: Brot backen im Holzofen. Caritas, Verbandsgemeinde Gerolstein und die Katholische Erwachsenenbildung hatten nun eingeladen, es wieder zu lernen: unter der Leitung von Anne Marion Pothaar in der Densborner Wassermühle.

„Brot backen ist ein Abenteuer. Man weiß nie genau, was am Ende rauskommt. Je nach Temperatur, Salzmenge und Stimmungslage ändert sich das Ergebnis“, erläutert Anne Marion Pothaar den Teilnehmern des Brotback- Workshops. Die Niederländerin hat die Densborner Wassermühle 2008 übernommen und auf Vordermann gebracht.

Ziel der Veranstaltung ist laut Lena Marx vom Projekt Integration Innovativ der Verbandsgemeinde Gerolstein, unterschiedliche Kulturen kennenzulernen und zusammen zu backen.

Mit dabei sind Menschen unter anderem aus den Niederlanden, der Ukraine und Afghanistan.

Und dann geht es auch schon los mit dem Mehlabwiegen, in diesem Fall Dinkel- und Roggenmehl. Danach kommen die weiteren Zutaten wie Wasser und Öl dazu, um einen Hefebrot zu zaubern. Das genaue Mühlenrezept bleibt auf Wunsch der Inhaberin allerdings ein Geheimnis.

Während die Teilnehmer noch fleißig kneten, wird schon mal der Holzofen angefeuert. Dieser muss nämlich langsam, ungefähr zweieinhalb Stunden,  vorgeheizt werden, bevor er einsatzbereit ist. Ganz im Gegenteil zur heutigen Zeit, wo man nur ein paar Knöpfchen drückt und die Temperatur einstellt.

Währenddessen werden die letzten Arbeiten am Teig fertiggestellt. Dabei sticht vor allem Pashtun Amiri hervor, die ihren Teig mit wenigen Handgriffen fertig geknetet hat. Die Umstehenden lassen sich von ihr helfen oder schauen sich einige Tricks ab, und so werden auch die letzten Teige fertig.

Daran kann man gut ihre Erfahrung im Backen erkennen: Sie und ihr Mann Bahawoddin Amiri stehen zuhause öfters in der Küche und bereiten Brot und andere afghanische Spezialitäten zu. Sogar von der Chefin erntet sie Lob: „Der perfekte Teig“.

Einige Tipps gibt es auch noch mit auf den Weg. Zum einen, dass der Teig erst dann fertig ist, wenn er beim Auseinanderziehen Blasen bildet. Und außerdem, dass man den Teig, sollte er zu feucht sein, einfach feste auf die Arbeitsfläche schlagen kann, um so überschüssiges Wasser raus zu bekommen.

Danach wird der Teig an einen warmen Ort gestellt, damit die Hefe ihre Wirkung entfalten kann.

Nun bereiten die Teilnehmer verschiedene Aufstriche und andere Leckereien für das gemeinsame Essen vor. Sonja Heinen hat ein Rezept für vegetarisches Mandelmett mitgebracht. „Mett ist ja verbreitet in der Eifel. Aber anstatt Fleisch habe ich eine pflanzliche Alternative, die dem richtigen Mett in nichts nachsteht.“

Auch ein selbstgemachtes Erdnussmus wird von Ine van der Krogt beigesteuert. „Das ist total simpel und schnell gemacht, man muss einfach nur Erdnüsse in einen Mixer geben und so lange pürieren, bis eine feste Konsistenz entsteht.“

Außerdem werden ein Erbsendip sowie eine holländische Mayonnaise angeboten. Während die Einen die Aufstriche zubereiten, schnippeln die anderen Gemüse. Das soll noch hilfreich sein, denn der Holzofen, der für das Brot eine Temperatur von 350 Grad Celsius haben muss, ist noch zu heiß.

Und das, obwohl die Glut schon aus dem Ofen rausgeschaufelt wurde. Diese Vorgehensweise wird allerdings nur beim Brotbacken angewendet, bei Pizzateig zum Beispiel werde die Glut im Ofen drinnen gelassen, erklärt die Mühlenbesitzerin. Kurzerhand verschwindet das Gemüse im Ofen damit dieser abkühlt. Eine Win-Win Situation!

Nachdem der Ofen die perfekte Temperatur erreicht hat und alle Brote hineingeschoben worden sind, nehmen alle am Tisch Platz. Nun folgt eine kleine Frage- und Austauschrunde zum Thema Brot. Wussten Sie, dass es in Deutschland über 3200 verschiedene Brotsorten gibt?

Brot backen wie zu Großmutters Zeiten: Das brachte Anne Marion Pothaar rund 30 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern in der Densborner Wassermühle bei einem interkulturellen Workshop bei. Foto: TV/Paula Hübner
Brot backen wie zu Großmutters Zeiten: Das brachte Anne Marion Pothaar rund 30 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern in der Densborner Wassermühle bei einem interkulturellen Workshop bei. Foto: TV/Paula Hübner
Brot backen wie zu Großmutters Zeiten: Das brachte Anne Marion Pothaar rund 30 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern in der Densborner Wassermühle bei einem interkulturellen Workshop bei. Foto: TV/Paula Hübner
Brot backen wie zu Großmutters Zeiten: Das brachte Anne Marion Pothaar rund 30 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern in der Densborner Wassermühle bei einem interkulturellen Workshop bei. Foto: TV/Paula Hübner
Brot backen wie zu Großmutters Zeiten: Das brachte Anne Marion Pothaar rund 30 Teilnehmern aus verschiedenen Ländern in der Densborner Wassermühle bei einem interkulturellen Workshop bei. Foto: TV/Paula Hübner
Der Teig muss gründlich geknetet werden. Nachdem er einige Zeit geruht hat, kommt er in den Ofen, wo er schließlich als leckeres fertiges Brot wieder entnommen wird. Bei der Verkostung gibt es unter anderem Mandelmett, die vegetarische Variante vom in der Eifel beliebten Mett. Foto: TV/Paula Hübner

Außerdem erzählen die Teilnehmer Geschichten ihrer verschiedenen Traditionen zum Thema Brot. In Polen zum Beispiel ist das Frühstück die wichtigste Mahlzeit des Tages und es wird üppig aufgetischt.