Bruch-Landungen

Sein akkurat geschnittener Schnurres deutet schon darauf hin: Innenminister Bruch mag Sachen ohne Ecken und Kanten. Der sympathische Herr Bruch soll nun endlich ein Werk vollenden, das genauso alt ist wie Rheinland-Pfalz: die Kommunalreform.

Dabei wird das Schicksal vieler Verbandsgemeinden entschieden. Verständlich, dass bei den Häfners, Arenz' und Bohns dieses Landes Unruhe aufkommt, denn Bruch-Landungen und Bruch-Schäden sind kaum zu vermeiden. Es bedarf auch keiner Kenntnisse im Bruch-Rechnen: Beim unteren Limit von 10 000 Einwohnern stehen die Verbandsgemeinden Obere Kyll, Hillesheim und Kelberg auf der Roten Liste.

Walburga, nicht nur in ihrem Haushalt dem Pragmatischen gegenüber stets aufgeschlossen, hat folgende, eigentlich nahe liegende Lösung ermittelt: Die VG Kelberg, das unbekannte Wesen, gehört mit Daun zusammengeschlossen. Die Struth verbindet beide bereits seit Jahren.

Auch wenn Einwohner der VG Obere Kyll in Richtung Prüm, Nordrhein-Westfalen oder Belgien ausbüxen wollen - ein Zusammengehen mit Gerolstein und Hillesheim ist logisch. Zudem gibt es mit der Kyll ein verbindendes Gewässer.

Ein besonderer Vorteil einer kurzfristigen Lösung wäre hier, dass weder für Gerolstein noch für Jünkerath ein neuer Bürgermeister gewählt werden muss. Heike Bohn könnte, zumindest vorerst, die Gesamtgeschäfte übernehmen; damit wäre auch ihre Gehaltserhöhung noch gerechtfertigter als jetzt schon. Walburga hat nebenbei was Verblüffendes herausgefunden: Sowohl die Einwohnerzahlen (neue VG Struth und neue VG Oberes Kylltal mit rund 31 000 Einwohnern) sind nahezu identisch wie auch die Flächen (VG Struth 455,9 Quadratkilometer, VG Oberes Kylltal 455,2. Das kann doch kein Zufall sein, oder? Also, Herr Bruch: Auf Walburga hören heißt Reform umsetzen!