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Brückenbau interessiert Bürger brennend

Brückenbau interessiert Bürger brennend

Zur ersten Bürgerversammlung in der Amtszeit von Gerolsteins Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) sind rund 80 Interessierte, darunter viele Gewerbetreibende, gekommen. Sie haben sich über den Neubau der Hochbrücke informieren lassen. Bereits Ende Januar soll die nächste Zusammenkunft sein.

Gerolstein. Er fühle sich jungfräulich, sagte Gerolsteins 76-jähriger Stadtbürgermeister Friedhelm Bongartz (CDU) am Donnerstagabend im Rathaus. Denn es sei die erste Bürgerversammlung seines Lebens, zu der er einlade. Aber nicht die Letzte. Bereits Ende Januar soll die nächste Zusammenkunft sein. Dann wird es vermutlich um die künftige Nutzung des frei werdenden Geländes des Gerolsteiner Brunnens in der Innenstadt gehen. Bongartz sagte grundsätzlich: "Ich werde erst öffentlich über Themen sprechen, wenn ich auch Antworten geben kann."
Zum Auftakt war der Rathaussaal komplett gefüllt, was am Thema lag: Denn der zwar vermutlich erst in fünf Jahren anstehende Neubau der Hochbrücke (samt Abriss des bestehenden Bauwerks) betrifft so ziemlich jeden Gerolsteiner. Der Grund: Über die Brücke führt die Hauptverkehrsader der Brunnenstadt, die B 410. Sie verbindet die Innenstadt mit der Einkaufsmeile Sarresdorfer Straße. Und wegen des Brückenabrisses wird die Bundesstraße für eine bestimmte Zeit gesperrt. Wie lange, war dann auch einer der zentralen Punkte, der die Anwesenden, darunter viele Geschäftsleute, interessierte. Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM), der das Bauprojekt plant, sagte: "Unser Ziel ist es, die Zeit der Sperrung so kurz wie möglich zu halten. Unter einem Jahr wird das bei solch einem Bauwerk aber definitiv nicht möglich sein. Wir rechnen eher zwischen einem und anderthalb Jahren."
Hans-Hermann Grewe, Vorsitzender des Gewerbevereins GeroTeam, sprach für alle Händler der Brunnenstadt, als er an die Planer appellierte: "Die Zeit der Sperrung möglichst kurz zu halten, muss zum wichtigsten Kriterium dieser Baumaßnahme werden. Wenn mit einer Million Euro mehr die Sperrzeit deutlich verkürzt werden kann, muss sie ausgegeben werden. An dieser Frage hängen in Gerolstein etliche Existenzen." Breiter Applaus.
Verkehr durch Lissinger Straße


Auch das Thema Umleitung war einigen Bürgern wichtig - vor allem den Anwohnern der schon jetzt ramponierten Lissinger Straße. Wie schon bei einigen Großbaustellen in der jüngeren Vergangenheit, so wird auch beim Hochbrückenneubau der Verkehr durch die Lissinger Straße geleitet werden. Die Anwohner sind also leidgeprüft. Daher sagte Winfried Wülferath: "Ich plädiere dafür, dass die Lissinger Straße vor dem Neubau der Hochbrücke komplett saniert wird. Ansonsten werden wir wegen der Risse, Schlaglöcher und tief liegenden Kanaldeckel einer sehr starken Lärmbelästigung ausgesetzt." Zusätzliche 5000 Fahrzeuge am Tag werden laut LBM-Chef Enders während der Brückensperrung die Umleitung befahren. Der LKW-Verkehr hingegen wird weitläufig umgeleitet.
Einen positiven Aspekt des Bauvorhabens betonte Karl-Heinz Böffgen: "Die neue Brücke kann Gerolsteins Stadtbild positiv prägen." Diesen Punkt griff auch Stadtbürgermeister Bongartz auf, der sich von LBM-Chef Enders die Zusicherung geben ließ, dass die Stadt bei der Brückengestaltung ein Wörtchen mitreden dürfe. Er sagte: "Ich bin mir sicher: Die Brücke wird ebenso wie der neue Bahnhof ein Augenschmaus werden."
Zuvor hatten die Planer des LBM in einem Bildvortrag die wichtigsten Zahlen, Daten, Fakten zum Brückenbauvorhaben genannt: Baustart frühestens 2019, Bauart Stahlbrücke, Bauzeit zwei bis drei Jahre, Kosten gut fünf Millionen Euro, Umwandlung der Ampelkreuzungen Postbrücke und Raabe zu Kreisverkehrsplätzen, Ausweitung des Volksbank-Kreisels bis zur Einmündung des Kasselburger Wegs sowie Schaffung eines Fuß- und Radwegs auf der neuen Brücke.Meinung

Ein guter Anfang
Die erste Bürgerversammlung in der Ära Bongartz war ein voller Erfolg. Für den neuen Stadtbürgermeister, weil er Wort gehalten und sein Wahlkampfversprechen eingelöst hat. Für die Bürger, weil sie aus erster Hand über ein immens wichtiges Thema informiert worden sind. Der gute Auftakt darf aber keine Eintagsfliege bleiben, denn bei dem nächsten wichtigen Thema geht es noch viel mehr darum, dass die Bürger und Geschäftsleute gehört werden und ihre Ideen einbringen: die künftige Nutzung des Brunnenareals. Da ist zwar bereits schon viel vom Planer überlegt sowie im Rat und den Ausschüssen diskutiert worden. Volkes Stimme aber ist bei dem für die Gerolsteiner Innenstadt zentralen Thema noch nicht gehört worden. m.huebner@volksfreund.deExtra

Für einigen Wirbel sorgte die TV-Kampagne "GEROLSTEINER GESCHÄFTSLEUTE WOLLEN KEINE KUNDEN ... verlieren." Der Gewerbeverein GeroTeam und die Marketingverantwortlichen des Trierischen Volksfreunds haben sich zusammengesetzt und eine gemeinsame Fortführung der Kampagne beschlossen, um die entstandene Aufmerksamkeit für die Geschäftswelt positiv zu nutzen. Das genaue Motto soll eine Überraschung werden. Dazu sagt der Vorsitzende des Gerolsteiner Gewerbevereins, Hans-Hermann Grewe: "Wir waren - um es gelinde auszudrücken - zunächst gar nicht begeistert von der Volksfreund-Kampagne, haben aber jetzt eine gute Lösung gefunden, die allen hilft. Ich bin mir sicher: Das wird eine positive Überraschung werden." red