Bücheler Kampfflugzeuge bleiben am Boden

Büchel · Rund um den Bücheler Fliegerhorst kehrt in den nächsten Wochen Ruhe ein. Weil die Feuerwehrleute des Standortes Überstunden abbauen müssen, bleiben die Tornados zumeist am Boden oder weichen auf andere Stützpunkte aus. Trotz des knappen Personals soll die Zahl der Flugstunden im kommenden Jahr gehalten werden.

Der Standort ist sicher: Das JaboG 33 in Büchel ist nicht von der Umstrukturierung der Bundeswehr betroffen. Foto: Kevin Rühle

Büchel. Dass die Bücheler Piloten ihre Flugstunden momentan nicht mehr am Fliegerhorst des Taktischen Luftwaffengeschwaders 33 ableisten, hörten zuerst die Anwohner der Gemeinde Nörvenich im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen. Dort haben die Beschwerden über Fluglärm drastisch zugenommen, meldet der Kölner Stadt-Anzeiger. Weil in Büchel die Standortfeuerwehr Überstunden abbaut, wurden viele Flugzeuge des Geschwaders nach Nörvenich verlegt.
Grund für den Stillstand in Büchel ist eine EU-Arbeitszeitrichtlinie, die auch den Feuerwehrleuten der Bundeswehr im Schnitt nicht mehr als 48 Wochenarbeitsstunden erlaubt. Die Dienstzeitregelung ist seit Anfang August in Kraft. Dieser "Bruch", so Oberstleutnant Thomas Schneider, Kommandeur der fliegenden Gruppe des Geschwaders, komme zustande, da die Präsenz der Feuerwehr für einen sicheren Flugbetrieb unabdingbar sei. Zudem soll es aus Spargründen keine Neueinstellungen geben. Geschwaderkommodore Oberst Korb hofft, dass diese "besondere Situation" nicht lange andauert. Insbesondere die Ausbildung der fliegenden Besatzung leide unter den Ausfallzeiten, was auch zulasten der Flugsicherheit gehe, sagte Korb während eines Treffens der Fluglärmkommission des Geschwaders, zu der Vertreter der Kommunen rund um Büchel eingeladen waren.
Für das Jahr 2014 plant das Taktische Luftwaffengeschwader einen Flugbetrieb in ähnlichem Umfang wie 2013. Allerdings werden dieser und die daraus resultierende Lärmbelastung ungleichmäßig über das Jahr verteilt werden. Die Piloten werden viele Flugstunden über Spanien und Südafrika ableisten, zudem wird das Geschwader an der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin teilnehmen. Die Bundeswehr wird auf dem Standort eine neue Computersoftware einführen, auch das soll die Anzahl und den Zeitpunkt der Starts und Landungen beeinflussen. 2013 hat der Verband etwa 7300 Flugbewegungen und 4500 Flugstunden mit dem Kampfflugzeug Tornado absolviert - dazu gehören Kommandos und Übungen im Ausland, zum Beispiel in Italien und den USA.
Das Ministerium des Inneren kündigte indes eine Neufestsetzung des "Lärmschutzbereiches für den militärischen Flugplatz Büchel" an. So sollen eine Tag- und zwei Nachtschutzzonen eingerichtet werden, um die Lärmbelastung zu senken und Konflikten vorzubeugen. Diese Änderung soll sich auch auf Bauvorschriften und die Raumplanung der Gemeinden auswirken.