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Bürgerbrunnen sprudelt noch immer nicht

Bürgerbrunnen sprudelt noch immer nicht

Der Bürgerbrunnen in Gerolstein ist noch immer nicht in Betrieb. Die Stadt hat wegen Baumängeln die Abnahme verweigert, nun will der Generalunternehmer nachbessern. Wann der Brunnen sprudelt, ist noch unklar.

Gerolstein. Das Frühjahr war bereits warm und sonnig, die Gastronomen rund um den Rondellvorplatz in Gerolstein haben sich über viele Besucher gefreut. Doch der im vergangenen Jahr nach vielen Querelen fertiggestellte Bürgerbrunnen sprudelt noch immer nicht - obwohl er vor allem für Kinder schon zum Anziehungspunkt geworden ist.
Das finden viele Bürger schade. So auch Julia Nägel aus Gerolstein, die mit Freundin und Nachwuchs zum Eisessen und Spielen an den Brunnen gekommen ist. Während der dreijährige Jona bereits fröhlich auf den Basaltblöcken des Bauwerks turnt, haben sich die neun Monate alte Lucia und die einen Monat ältere Sophia am Rand hochgezogen und verfolgen vergnügt das Treiben. Mit Wasser und der ebenfalls vorhandenen Beleuchtung wäre das alles aber noch spannender. So sagt Julia Nägel: "Die Kinder spielen hier gerne, es wäre aber viel schöner, wenn endlich mal Wasser fließen würde." Dass es das noch nicht tut, hängt mit vermeintlichen Baumängeln zusammen.
Bei einem Treffen zwischen dem Generalunternehmer Daniel Mauer von der Firma M&K Udelfanger Sandstein aus Üxheim-Niederehe, Josef Langens als Ingenieur der Bauabteilung des Rathauses und Stadtbürgermeister Bernd May (parteilos) hat die Stadt die Abnahme des Bauwerks verweigert. May erklärt warum: "Es liegen einige Mängel in der Bauausführung vor. Die sind für jeden, der den Brunnen etwas genauer betrachtet, erkennbar. Das hat der Generalunternehmer auch so anerkannt."
Laut Bauabteilung werden zwei Punkte kritisiert: Zum einen sei die Epoxidharz-Versiegelung der in die Bodenplatte eingearbeiteten Fundstücke "nicht fachgerecht". An einigen Stellen sei bereits Wasser eingedrungen.
Als wesentlich gravierender wird aber eingestuft, "dass die Brunnenwanne seitlich nicht abgedichtet" sei. Dazu könne es auf Dauer zu Wasser- und Frostschäden kommen.
Generalunternehmer Daniel Mauer relativiert: "Die obere Versiegelung ist in der Tat an drei, vier Stellen löchrig. Das wird nachgearbeitet." Der Vorwurf, der Brunnen sei undicht, stimmt seiner Auffassung nach aber nicht. Mauer sagt: "Die Abdichtung ist gegeben: Unterhalb des Estrichs ist die Brunnenwanne mit Dichtbahnen versiegelt, die bis hinter die Randsteine hochgezogen wurden." Dennoch kündigt Mauer an, auch die Fuge zwischen Estrichboden und äußerer Brunnenumrandung noch zusätzlich mit einer speziellen Dichtmasse zu versiegeln - möglichst bald, sobald es trocken ist. "Der schöne Brunnen soll doch endlich sprudeln", sagt er.
May sagt: "Bis die Mängel behoben sind, wird und darf die Stadt - auch um ihre gesetzlichen Gewährleistungsansprüche nicht zu gefährden - den Brunnen nicht in Betrieb nehmen." Eine finanzielle Belastung der Stadt resultiere nicht.
Derzeit ist unklar, wann der Brunnen in Betrieb geht. Ein weiterer Abnahmetermin ist noch nicht vereinbart worden.
May reagiert auch auf den bereits geäußerten Vorwurf, er behindere die Inbetriebnahme des Brunnens. Er sagt: "Ich werde für die Stadt Gerolstein nur ein mängelfreies Werk abnehmen, und da lasse ich mich auch von niemandem unter Zeitdruck setzen. Denn diejenigen, die jetzt die schnelle Inbetriebnahme fordern, werden die sein, die am lautesten schreien, wenn nach ein paar Monaten aufgrund von Schäden der Brunnen abgeschaltet werden müsste."