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Bürgerinitiative will Widerstand bündeln

Bürgerinitiative will Widerstand bündeln

Die Gegner der geplanten Erweiterung des Basaltbruchs in Oberbettingen bekommen immer mehr Zulauf. Mehr als 70 Unterstützer zählt die Bürgerinitiative bereits. Nun will sie, um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen und um zu zeigen, wie ernst sie es meint, einen Verein gründen.

Oberbettingen. Nach der Bürgerversammlung zur geplanten Erweiterung des Basaltbruchs in Oberbettingen, zu der 120 Besucher gekommen waren (der TV berichtete), zeigte auch eine öffentliche Zusammenkunft der Bürgerinitiative (BI) gegen die Erweiterungspläne mit gut 60 Gästen, wie "heiß" das Thema derzeit in Oberbettingen ist. "Wir haben schon jetzt mehr als 70 Unterschriften von Leuten, die uns aktiv unterstützen wollen. Im Dorf gibt es aber noch viel mehr Leute, die zu uns halten, sich aber lieber nicht öffentlich bekennen wollen", sagt Bernd Kochendörfer von der BI. Die will nun einen Verein gründen - mit Kassenwart, Vorsitzendem und, und, und. Ziel ist laut BI-Sprecher und potenziellem Vereinsvorsitzenden Erich Wassong: "Wir wollen zeigen, dass wir es ernst meinen, und bei uns nicht in einer Woche schon die Luft raus ist. Und wir wollen die unterschiedlichen Interessen zusammenbringen, an einem Strang ziehen und mit einer Stimme sprechen."

Für Kochendörfer gilt es, vier Punkte unter einen Hut zu bringen: die Interessen der Anwohner, die gegen weitere Sprengungen sind, die der Dorfbewohner, die unter dem Verkehrslärm leiden und die Gefahr der Basalt-LKW fürchten sowie die der Naturschützer. Zudem soll nach alternativen Einnahmequellen für den Ort gesucht werden.

Alle drei Minuten ein Laster durchs Dorf?



Einen Gegensatz zwischen den Sprengungsgegnern und den Anwohnern der Hauptzufahrtsstraßen zum Steinbruch sieht die BI nicht. Zwar hatten die Rheinischen Provinzial Basalt- und Lava Werke (RPBL) angekündigt, bei einem Verzicht auf die Erweiterung Basalt aus der Grube in Bolsdorf zur neuen Brecheranlage in Oberbettingen transportieren zu wollen - mit der Folge, dass alle drei Minuten ein Laster durchs Dorf brettern würde. Doch dazu hat die BI ihre eigene Meinung. Mitglied Ingo Menzel sagt: "Wir halten das für eine Drohgebärde der RPBL. Denn rechnen kann sich das unserer Einschätzung nach nicht."

Apopos rechnen: Die Gemeinde will mit den jährlich bis zu 100 000 Euro Bruchzinseinnahmen, die sie von der RPBL für den Basaltabbau erhält, unter anderem die Alte Schule zum Gemeindehaus umbauen. Das kostet sie nach aktueller Planung 275 000 Euro. Die BI wirbt für alternative Finanzierungsmöglichkeiten. So sagt Wassong: "In den Dörfern ringsum hat sich bei ähnlichen Vorhaben gezeigt: Mit Eigenleitung vieler Dorfbewohner ist einiges möglich." Auch die Gründung eines Fördervereines zu diesem Zweck bringt er ins Spiel.

Konfrontiert ist die BI nach eigenen Angaben derzeit aber nicht nur mit der sachlichen Auseinandersetzung um die Erweiterungspläne. Vor allem gegen den bereits mehrfach geäußerten Vorwurf, "wir würden einen Keil ins Dorf treiben", wehren sie sich. "Und geht es ausschließlich um die Sache, wir versuchen daher jegliche Emotionen oder Polemik außen vor zu lassen", sagt Wassong. Und mit Verweis auf die Schäden an etlichen Häusern, die nach Einschätzung der Hausbeitzer von den Sprengungen herrühren, fügt er hinzu: "Hier geht es nicht um die spinnerten Forderungen von ein paar Zugezogenen, sondern um die berechtigten Interessen etlicher Dorfbewohner nach einem erträglichen Wohn- und Lebensumfeld. Kurzum: Es geht ums Wohl des Dorfes - auch nach dem Ende des Basaltabbaus."