Bürgermeister kassieren an Lidl-Kasse in Hillesheim für guten Zweck

Soziales : „Mätti, was kosten die Eier?“

Bei der Wiedereröffnung des Lidl-Marktes in Hillesheim kassieren die Bürgermeister Hans-Peter Böffgen und Matthias Stein für die KiTa Kunterbunt, die sich nun über 1000 Euro freut.

„Ich meine, das wäre früher auch mal schneller gegangen“, kommentiert gleich der erste Kunde die Bemühungen von Hillesheims Noch-Stadtbürgermeister Matthias Stein, die richtige Taste zum Abwiegen der drei Bananen zu finden. Doch die kleine Bösartigkeit ist nett gemeint. Gerolsteins Wirtschaftsförderer Stefan Mertes steht an der Spitze der Schlange vor Kasse 2 und lacht sich eins ins Fäustchen. Während an der benachbarten Kasse Verbandsgemeindebürgermeister Hans-Peter Böffgen den Kampf gegen die Technik aufgenommen hat, bilden sich lange Warteschlangen vor den Warenbändern – denn alle anderen Kassen bleiben geschlossen.

Das ganze Spiel am Montagmorgen bei der Wiedereröffnung der  Lidl-Filiale in Hillesheim hat einen netten Hintergrund: Jeder Cent, der innerhalb der kurzen Aktion an den beiden Kassen eingenommen wird, geht als Spende an die Kindertagesstätte Kunterbunt. Die beiden Bürgermeister legen sich also ordentlich ins Zeug, das „Biep, Biep, Biep“ der Scanner ertönt schon bald im Stakkato.

Nach dreißig Minuten unter viel Gelächter und großem Verständnis der Kundschaft ist es geschafft: Rund 500 Euro haben Böffgen und Stein einkassiert – und zur Feier des Tages legt der Discounter noch 500 Euro drauf. Insgesamt 1000 Euro also kann Sabine Clemens, Erzieherin in der Kita Kunterbunt den Kindern mitbringen. Investiert wird die Summe in ein Klettergerüst.

Zwei Bürgermeister in ungewohnter Rolle: Für eine Spendenaktion zugunsten der Kindertagesstätte Hillesheim setzen sich Hans-Peter Böffgen und Mathias Stein an die Kasse. Foto: Vladi Nowakowski
Bananen abwiegen, Eier kassieren – und vorher nachschauen, ob auch alle ganz sind: Das waren nur einige der vielen Dinge, die  Hans-Peter Böffgen (links) und Mathias Stein bei ihrem Job an der Lidl-Kasse zu beachten hatten. Foto: Vladi Nowakowski

In der rund achtwöchigen Umbauphase wurde die Lidl-Filiale um 264 auf 1044 Quadratmeter erweitert, neben dem Einbau eines Backregals, der Installation eines neuen Fußbodens sowie dem Ausbau des Personal- und Sanitätsbereichs wurde der Markt energetisch saniert: neue Heizung, neue Dämmung, neue Lüftungsanlage, neue Elektrik- und Gebäudesteuerung, LED-Beleuchtung. Die Filiale in der Kölner Straße besteht seit 19 Jahren, zurzeit sind 14 Mitarbeiter beschäftigt, die allesamt aus der näheren Umgebung stammen. „Die erweiterte Filiale wird mit viel Tageslicht und breiteren Gängen eine angenehmere Atmosphäre für unsere Kunden schaffen“, ist Verkaufsleiterin Melanie Wörteler überzeugt. Zur Summe der getätigten Investitionen wollen sich weder das Handelsunternehmen, noch die Bauherren äußern.

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